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Einsatz für Inklusion

Landwirt als vorbildlicher Arbeitgeber geehrt

AHAUS Für Landwirt Josef Aschemann war es vor einigen Jahren gar keine Frage zu helfen, als Hilfe gebraucht wurde. Wie selbstverständlich schuf er einen besonderen Arbeitsplatz für Daniel Rotherm. Dafür hat ihn jetzt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als "Vorbild Inklusion" ausgezeichnet.

Landwirt als vorbildlicher Arbeitgeber geehrt

Daniel Rotherm (l.) und sein Arbeitgeber Josef Aschemann. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat Josef Aschemann jetzt als einen von drei Preisträgern „Vorbild Inklusion“ ausgezeichnet.

Ein Blick zurück: Als Kind spielt Daniel Rotherm in der Nachbarschaft in Averesch. Man kennt sich. Er wird älter, doch in der Schule klappt es nicht so, wie es soll. Auch bei der Suche nach einer Arbeitsstelle hat Daniel Rotherm kein Glück. Er hat eine Lernbehinderung, die ihn einschränkt. Bei den Werkstätten von Haus Hall sucht er sich schließlich Hilfe. Zwischendurch arbeitet er immer mal bei Josef Aschemann auf dem Hof.

Uwe Martin, Integrationsassisstent bei Haus Hall, suchte dann nach einer Möglichkeit, ihn außerhalb der Werkstätten zu beschäftigen. Er fand sie bei Josef Aschemann. Das war 2013: Der Landwirt richtete eine Arbeitsstelle für den jungen Mann ein. "Das war nicht immer einfach", sagt Aschemann. Doch er würde es jederzeit wieder genauso tun. Inzwischen hat sich die Zusammenarbeit sehr gut eingespielt. Daniel Rotherm versorgt die Kühe, melkt, füttert, kümmert sich um die Kälberaufzucht. Auch auf dem Acker oder in der kleinen Gärtnerei hilft er überall mit. "Ich bin hier super zufrieden", sagt der 24-Jährige und strahlt tatsächlich über das ganze Gesicht.

Arbeitsplatz geschaffen

Diese enge Zusammenarbeit und das enorme Engagement der ganzen Familie Aschemann gab den Ausschlag für den Preis: "Trotz der Größe ihres Betriebs und trotz der begrenzten finanziellen Spielräume haben Sie einen Arbeitsplatz geschaffen und Daniel Rotherm den Zugang zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verschafft", sagte gestern Susanne Jany, Vorsitzende des Beratenden Ausschusses beim LWL-Integrationsamt. Er habe dem jungen Mann Rückhalt und Struktur gegeben und auch für Familienanschluss gesorgt. Als im Dezember überraschend Josef Aschemanns Frau gestorben ist, war das auch für Daniel Rotherm ein schwerer Schlag: "Ich hatte das Gefühl, dass meine zweite Mutter gestorben ist", sagt der Mann aus Alstätte.

Viel Besuch in der guten Stube

Gestern sollte die besondere Beziehung der beiden Männer und das besondere Engagement von Josef Aschemann gefeiert werden: Eng war es in der guten Stube auf dem Hof in der Bauerschaft Averesch: Um den prasselnden Kamin hatten sich die Familie Aschemann, Vertreter von Landschaftsverband Westfalen-Lippe, von der Stadt Ahaus, den Werkstätten Haus Hall und dem Integrationsfachdienst versammelt. Sie alle wollten Josef Aschemann gratulieren. Er ist einer der ersten drei Träger des Preises "Vorbild Inklusion". Der ist mit immerhin 10000 Euro dotiert.

Zukunft noch offen

Daniel Rotherm ist glücklich auf dem Hof. Mit dem Roller kommt er jeden Morgen zur Arbeit. Wie seine Zukunft genau aussieht, weiß er noch nicht. "Auf jeden Fall möchte ich in der Landwirtschaft arbeiten - mit Tieren", sagt er. Auf dem Hof Aschemann wird das nicht funktionieren: Josef Aschemann will den Betrieb einstellen. Die Suche nach einer neuen Stelle für Daniel Rotherm hat begonnen.

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