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Resolution übergeben

Landwirte protestieren gegen Stromtrasse

Wüllen Die Bauern im Kreis sehen erhebliche Auswirkungen wegen der geplanten Stromtrasse A-Nord auf sich zukommen. Dagegen haben sie jetzt protestiert.

Landwirte protestieren gegen Stromtrasse

Die Landwirte sehen beim Energieleitungsbau das Ende der Fahnenstange erreicht. Darauf wies WLV-Kreisgeschäftsführer Jörg Sümpelmann (2.v.r.) am Donnerstag die Amprion-Vertreter Jens Knoop (l.) und Klaus Wewering (2.v.l.) hin. Foto: FOTO: Christian Boedding

Draußen stürmte es gewaltig, drinnen blieb es am Donnerstagvormittag ruhig. Der Energieversorger Amprion stellte im Hotel „Hof zum Ahaus“ in Wüllen den Trägern öffentlicher Belange die in der vergangenen Woche veröffentlichten Planungen für den Vorzugskorridor der A-Nord-Höchstspannungsleitung vor. Beim Verlassen des Hotels bekam der Energieversorger aber doch noch Gegenwind: Landwirte aus Ahaus übergaben gemeinsam mit Jörg Sümpelmann, Kreisgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), eine Resolution. Deren Inhalt: Ein „Weiter so!“ im Energieleitungsbau durch den Kreis Borken dürfe es nicht geben. Das Maß der Betroffenheit landwirtschaftlicher Nutzflächen für überregionale Energietransportleitungen habe in den vergangenen Jahren so stark zugenommen, dass jede weitere Trasse bei den Landwirten keine Akzeptanz mehr finde.

Maximale Belastung

„Die Stromtrasse A-Nord belastet den Kreis Borken maximal“, fasste Jörg Sümpelmann die Resolution zusammen. „Wir haben im Kreis drei Höchstspannungsleitungen, 20 Strom-Freileitungen, dazu zwei Gasleitungsvorhaben und die Ölkavernen. Es reicht.“ Komplett auf Konfrontationskurs gehen die Landwirte aber nicht. Natürlich seien sie sich ihrer Verantwortung in Sachen Energieversorgung bewusst. „Wir unterstützen die Energiewende. Aber Beeinträchtigungen für die Landwirte müssen ausgeglichen werden.“

Die Landwirte befürchten, dass sie allein im Kreis Borken um die 500 Hektar Ausgleichsflächen für die Stromleitung A-Nord abtreten müssen. Eine Zahl, die Amprion-Projektsprecher Jonas Knoop für deutlich zu hoch gegriffen hielt. „Wir gehen davon aus, dass je Leitungskilometer maximal ein Hektar Ausgleichsfläche benötigt wird.“

„Flächendruck“

Die Stromleitung führe etwa 90 Kilometer durch den Kreis. Ob 90 Hektar oder 500 – die Landwirte sehen einen Flächendruck auf sich zukommen. „Das hat dann steigende Pachtpreise zur Folge“, rechnet Heinz-Josef Elpers, WLV-Ortsverbandsvorsitzender in Wessum, mit finanziellen Auswirkungen. „Fläche ist nicht vermehrbar.“

Amprion-Projektsprecher Jonas Knoop kennt das Problem, machte den Landwirten mit Blick auf die Resolution jedoch wenig Hoffnung: „Die Leitung wird jetzt sicher nicht durch den Kreis Steinfurt geführt.“ Das letzte Wort hat die Bundesnetzagentur.

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