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Lauter Verrückte auf Bühnenbrettern

Ottenstein Die Theatergruppe der Katholischen Landjugendbewegung Ottenstein- Hörsteloe hat in diesem Jahr den blanken Wahnsinn auf die Bühne gebracht. Und zwar in die "Praxis Dr. Freesemann".

Es ist Sonntagnachmittag im Saal der Gaststätte Räckers-Erning. Die Abteilung "Alte Kameraden" des Feuerwehr-Musikzuges Ottenstein überbrückt die Zeit bis zur Premiere mit Blasmusik. Senioren schunkeln dazu an den Tischen um die Wette. Nach Bienenstich und Kaffee warten sie voller Vorfreude darauf, dass sich der Vorhang zur Bühne öffnet. Dann ist es endlich soweit: Der Vorhang gibt den Blick in die Wohnstube des verarmten Ehepaars Freesemann, gespielt von Jenny Egbringhoff und Klaus Florien, frei. Als ein Psychiater mit dem selben Nachnamen, gespielt von Markus Bubik, in das Mietshaus einzieht, kommt dem Paar eine lukrative Geschäftsidee. Von nun an wimmelt es auf den Brettern, die die Welt bedeuten, nur so von Verrückten. Die spinnerte Schlagersängerin Petra Fuchs (Karin Gosling) und ihr Ehemann Eddie (Christian Gosling), Muttersöhnchen Hansi Suppe (Stefan Rotering) und dessen Mama (Jutta Meiners), sowie der unglückliche Schürzenjäger Kleemann (Jörg Honvehlmann). Die nervige Nachbarin Frau Krämer gibt Melanie Gosling. Bereits nach den ersten fünf Minuten hat das Ensemble der KLJB, das es nun seit fünf Jahren gibt, das Publikum voll im Griff. Rosen und sogar eine vollständige Blumenvase fliegen auf die Bühne, als Petra Fuchs alias Karin Gosling schön schräg zu singen anhebt. Die Pointen sitzen, das Timing ist perfekt. Das honorieren die Zuschauer, die sich oft vor Lachen kaum auf ihren Plätzen halten können. Der Applaus am Ende st geradezu frenetisch.

Die Einnahmen kommen der Jugendarbeit der KLJB zugute, sagt Ensemblemitglied Melanie Gosling. Ein bisschen Lampenfieber habe sie schon gehabt, aber das gehöre schließlich dazu. Ob sie sich vorstellen könne, professionell zu schauspielern? "Dafür bin ich, glaub ich, nicht gut genug," meint sie bescheiden lächelnd. Zugegeben, "Praxis Dr. Freesemann" ist nicht unbedingt Shakespeare oder Dürrenmatt. Aber eine hervorragende Alternative zu einem Nachmittag vor dem Fernseher. "Dat hebbt se gudd maakt," sagt eine alte Dame und bringt es auf den Punkt. alh

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