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Integrationslotsen berichten

Neuer Blog zum Alltag in der Flüchtlingsarbeit

AHAUS Im Blog „So schaffen wir das“ haben Integrationslotsen aus dem Raum Ahaus Erlebnisberichte über ihre Tätigkeit geschrieben. Manch Überraschendes ist dort zu lesen.

Neuer Blog zum Alltag in der Flüchtlingsarbeit

„So schaffen wir das“ heißt ein Blog auf der Internetseite des Forums Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ahaus. Die Integrationslotsen und weitere an dem Blog Beteiligte stellten das Projekt im Haus der Integration vor. Foto: FOTO: Christian Boedding

Es geht um Auseinandersetzungen mit Behörden und Unternehmen, um persönliche Begegnungen mit Flüchtlingen, um angenehme und unangenehme Erlebnisse. Im Blog „So schaffen wir das“ berichten Ahauser Integrationslotsen auf der Internetseite des Fefa (Forum Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ahaus) von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe. Im Haus der Integration stellten Carmen Exposito-Stumberger vom Caritasverband – Koordinatorin des Projektes Integrationslotsen – sowie die Autoren das Blogprojekt in der vergangenen Woche vor.

Beiträge im Internet
Ursprünglich sei es ihre Idee gewesen, ein Buch über die Erlebnisse zu veröffentlichten, erklärte Carmen Esposito-Stumberger. Doch gestartet werde erst einmal mit Beiträgen im Internet. Auch wenn sich die Flüchtlingssituation etwas entspannt habe. „Die Menschen sind da. Es ist wichtig, dass wir erzählen, was wir gemeinsam mit den Flüchtlingen erleben; für uns und die Öffentlichkeit.“ Neun Beiträge sind darüber entstanden. Nikolaus Schneider warf den fachlichen Blick auf die Artikel des Redaktionsteams. „Ich war beratend tätig und habe die Autoren gerne unterstützt.“ Es sei toll, dass die Integrationslotsen ihre Erfahrungen aufgeschrieben hätten. „Mit dem Schreiben setzt ein erstes Reflektieren ein.“

Entstanden seien neun sehr unterschiedliche Beiträge. Nikolaus Schneider: „Alle sind sehr direkt. Sie sprechen schöne, schwierige, mutmachende Erfahrungen an.“ Er sei beim Lesen der Texte sehr oft ergriffen gewesen.

Dabei müsse es nicht bei den neun Berichten bleiben, erklärte Nikolaus Schneider. „Die Gruppe versteht es als offenes Projekt. Wir freuen uns über allle, die sich einbringen wollen.“ Die Schilderungen könnten zum Beispiel Momentaufnahmen sein oder auch längere Zeiträume beschreiben. „Ich wusste nicht, wohin die Reise geht“, sagte Michael Ziegler, einer der Autoren. „Ich war mir nicht sicher, für wen wir schreiben.“ Die Texte könnten „Futter sein für Leute, die uns gar nicht mögen“. Sie könnten vielleicht auch entmutigend sein für Leute, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten. Für alle Texte gelte, dass sie nicht geglättet seien.

Sehr persönlich

Nikolaus Schneider: „Zwischen positiv optimistisch und zerknirscht pessimistisch kommt alles vor.“ Dabei seien die Namen der Füchtlinge sowie weiterer Beteiligter anonymisiert worden. Fotos gebe es nicht zu sehen.

Integrationslotse Heinrich Diehlmann: „Es war mehr Wut in mir drin, als aus dem Text hervorgeht.“ Heinrich Diehlmann berichtete beim Treffen von nicht gerade positiven Erfahrungen mit Behörden. „Es sind sehr persönliche und ehrliche Darstellungen der Arbeit der Integrationslotsen“, sagte Bernd Overkamp. Die Gruppe sieht die Berichte aber keineswegs als „Frustbewältigung.“ Ganz im Gegenteil. Autorin Monika Schmiemann-Witsken über ihre Arbeit als Integrationslotsin: „Ich ziehe ein positives Fazit. Ich habe mich so eingebracht, wie ich es wollte.“

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