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Parken in Ahaus soll teurer werden

Planer empfehlen höhere Parkgebühren

Ahaus Das Büro Planersocietät aus Dortmund hat den Entwurf das Parkraumkonzepts für die Innenstadt vorgestellt. Über die darin ausgesprochenen Empfehlungen dürften die Autofahrer nicht erfreut sein.

Planer empfehlen höhere Parkgebühren

Der Parkplatz am Kirmesplatz ist immer stark belegt. Foto: FOTO: Christian Boedding

Das gebührenpflichtige Parken in Ahaus ist zu günstig. Das hat das Büro Planersocietät aus Dortmund in seinem Entwurf des Parkraumkonzepts festgestellt. Diplom-Ingenieur Thomas Mattner stellte am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung Eckpunkte des Konzepts vor. Die Daten stammen aus einer im Oktober 2017 durchgeführten Parkraumerhebung (Münsterland Zeitung berichtete).

„Gefühlt herrscht in Ahaus immer Parkdruck“, begann Thomas Mattner seine Ausführungen. „Aber wie sieht es tatsächlich mit Angebot und Nachfrage aus?“ Eine Erkenntnis aus der Erhebung: Von den über 2000 Stellplätzen in der Innenstadt sind durchgehend mindestens 750 frei. „Allerdings wollen alle an der Wallstraße oder auf dem Kirmesplatz parken.“

Anhebung der Gebühren

Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass der Kirmesplatz gebührenfrei ist und für das Parken an der Wallstraße nicht allzu tief ins Portmonee gegriffen werden muss. Thomas Mattner erklärte: „Für das Parken in Parkbauten und im Straßenraum gilt der gleiche Tarif. Auf dem Parkplatz an der Wallstraße und in den Parkbauten Königstraße und Domhof sind 20 Cent für die erste und 50 Cent für jede weitere Stunde zu zahlen.“ Zwar steuern Langzeitparker den gebührenfreien Kirmesplatz an, „aber die vergleichsweise günstigen Tarife entfalten keine Lenkungswirkung auf das Verhalten der Kurz- und Mittelzeitparker in der Innenstadt.“ Die Folge: Die Wallstraße ist ausgelastet –- die Parkbauten könnten aber noch viele weitere Fahrzeuge aufnehmen.

Die Empfehlung des Büros: Der Parkdruck sollte verstärkt auf weniger sensible Bereiche gelenkt werden. Dazu zählen die Parkbauten und die kostenfreien Parkplätze am Kulturquadrat, auf dem Kirmesplatz und am Friedhof. Zudem sollten die Gebühren für das Parken im öffentlichen Raum höher liegen als für das Parken in Parkbauten. Vorstellbar sind für die Planer Parkgebühren in Höhe von 70 Cent je Stunde für die Parkbauten und Gebühren von 1,20 Euro je Stunde im öffentlichen Straßenraum, zum Beispiel an der Wallstraße, an der Königstraße, an der Schlossstraße, an der oberen Frauenstraße und Am Schlossgraben.

Um die Mittel- und Langzeitparker aus der zentralen Innenstadt herauszuhalten, sollte die Höchstparkdauer für das oberirdische Parken auf maximal drei Stunden begrenzt werden. Pauschalangebote und Tagestickets für regelmäßige Langzeitparker könnten erhalten bleiben. Thomas Mattner: „Wir empfehlen, die Brötchentaste für Kurzzeitparker nur noch als Option für Parkbauten vorzusehen.“ Weitere Empfehlungen: Statt eines Komplettabrisses des sanierungsbedürftigen Domhofdecks sollte eine kleinere Neubauvariante entwickelt werden. Der Radverkehr sollte gefördert und die Infrastruktur für E-Mobilität ausgebaut werden.

Schäden an den Parkdecks

In der Fragerunde wollte Franz Benölken (CDU) mehr über den Zustand der Parkdecks am Domhof wissen. Die Antwort von Richard Bömer vom Tiefbauamt: „Der Zustand des kleinen Parkdecks ist besser als der des großen.“ Zwar sei die Anlage vor etwa zwölf Jahren saniert worden, „aber das Parkdeck weist schon wieder große Schäden auf“. Unter statischen Gesichtspunkten würde ein Parkdeck mit einer solch dünnen Decke heute nicht mehr genehmigt.

Für Andreas Beckers (UWG) hätte es der Schlussfolgerungen aus dem Parkraumkonzept gar nicht bedurft: „Ahaus hat den Park-Kollaps doch schon erlitten.“ Das sei auch daran festzumachen, dass die Planer den Parkplatz am Friedhof in ihre innerstädtischen Parkraumüberlegungen mit einfließen ließen. Andreas Beckers nannte ein Beispiel: „Wenn ich in Düsseldorf einkaufen will, parke ich nicht in Köln.“

Das Planungsbüro empfiehlt eine Optimierung des Parkleitsystems.

Der Verkehr mit dem Ziel Innenstadt sollte nicht mehr primär Richtung Wallstraße gelenkt werden. Die Lenkung sollte zum Kirmesplatz/Kulturquadrat oder in Richtung Tiefgarage Königstraße/Domhof sowie Berken-Tiefgarage/Parkplatz Friedhof erfolgen.

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