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Postheroisch gegen den Terror

Ahaus Herfried Münkler Von Napoleon bis Osama bin Laden - in seinem Vortrag über die "postheroische Gesellschaft und das Zurückschrecken vor dem Extremismus" hat Prof. Dr. (Foto) von der Humboldt-Universität in Berlin am Donnerstagabend im Fürstensaal des Schlosses

einen weiten Bogen geschlagen. In der Reihe der Schlossgespräche hatte zuvor VHS-Direktor Dr. Claus Urban Münkler als einen der "profiliertesten, einflussreichsten Politikwissenschaftler der Republik" begrüßt.

Napoleon, so Münkler, habe 1806 die Preußen besiegen können, weil er zuvor die französische Gesellschaft verändert hatte. "Die Franzosen kämpften für ihre eigenen Werte, während das Heer der Preußen aus Söldnern bestand." 1918 endete endete nach Münklers Einschätzung die "heroischen Gesellschaft" alter Prägung.

Technologische Überlegenheit und Reichtum geben modernen Gesellschaften das Gefühl der Unverwundbarkeit. Terroristische Anschläge aber hätten sie erschüttert. "Die Selbstmordattentäter sind die cruise missiles des armen Mannes", so Münkler. "Der Zweck der physischen Gewalt ist die psychische Reaktion".

Mit "mürrischer Indifferenz" reagiere die Gesellschaft auf Verkehrstote, die niemanden davon abhielten, ins Auto steigen. Ebenso solle die Gesellschaft auf den Terrorismus reagieren, "damit er uns nicht in die Knie zwingt".

Eine spannende Diskussion über die Rolle der Politiker und der Medien, moderiert von Joachim Engelhardt, dem Leiter des Gymnasiums, schloss sich an. emk

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