Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Debütroman von Mike Powelz

Spannender Krimi wagt Tabubruch

AHAUS Schreiben ist sein Beruf. Als Chefreporter für die Zeitschriften "Hörzu" und "TV digital" schreibt Mike Powelz Reportagen über Gefängnisinsassen in Rikers Island oder über den Chefexorzisten im Vatikan, führt Interviews mit Schauspielern und TV-Größen. Jetzt hat der gebürtige Ahauser ein Buch geschrieben. "Das", so sagt er, "war noch einmal eine Nummer größer."

Spannender Krimi wagt Tabubruch

Der gebürtige Ahauser Mike Powelz vor dem Ahauser Schloss, in dem er viel Zeit verbracht hat, als dort noch die Bücherei untergebracht war. Der Journalist hat einen Krimi geschrieben: "Die Flockenleserin".

Auch, weil persönliche Erfahrungen den 41-Jährigen auf die Idee für das Buch gebracht haben. "Die Flockenleserin. Ein Hospiz, zwölf Menschen, ein Mörder" heißt der Krimi, mit dem er den Lesern Spannung bieten, sie zugleich aber dazu bringen möchte, sich mit dem Tabuthema Tod zu beschäftigen. "Entmystifizieren" wolle er das Thema Sterben, erzählt Mike Powelz beim Besuch in der Redaktion der Münsterland Zeitung.Eigene Erfahrungen verarbeitet

In Ahaus ist der Wahl-Hamburger oft, besucht seine Mutter, Schwester und die alten Freunde. Sein Vater, Herbert Powelz, starb 2008. Mike und seine Mutter waren in den letzten Wochen im Münsteraner Hospiz eng an der Seite des Todkranken. Eine Erfahrung, die Mike Powelz nicht losließ - weder privat noch beruflich. Einige Zeit später schrieb er für die "Hörzu" eine Langzeitreportage über das Hospiz "Hamburger Leuchtfeuer". "Dann entstand der Gedanke, den Menschen die Angst zu nehmen vor den Dingen, vor denen man gerne die Augen verschließt. Nicht nur den Tod selbst", erzählt Powelz. Wie die Sterbenden selbst und Angehörigen mit den Ängsten umgehen, hat ihn interessiert. Die "medizinischen und psychologischen Fallen" hat er mit seiner genauen Beobachtungsgabe als Journalist ausgemacht. Vier Jahre lang hat er in Hospizen recherchiert, mit Psychologen, Angehörigen, Todkranken, Sterbenden und Ärzten gesprochen, bevor er die ersten Zeilen schrieb mit dem Ziel, den Lesern die Angst vorm Sterben zu nehmen.Im Hospiz schlägt ein Serienmörder zu

Wie hat er den anvisierten "Tabubruch" umgesetzt? Mit einer für sich schon ungewöhnlichen Handlung: Mord in einem Berliner Hospiz. Am Ort des Sterbens lässt Powelz einen Serientäter zuschlagen. Minnie, eine der zwölf Todkranken, kommt dem verkleideten Mörder auf die Schliche. Allein aber kann sie nichts tun. Hier kommt Mike Powelz selbst ins Spiel: Er verwebt seine persönlichen Erfahrungen mit der Handlung. Er, seine Eltern, seine Schwester und sein Neffe tauchen als Romanfiguren auf. Mike, der seinen Vater im Hospiz besucht, glaubt und hilft Minnie. Aber auf den letzten Metern ist die Todkranke allein, es kommt an ihrem Sterbebett zur Konfrontation mit dem Mörder...

Um die spannende Handlung lässt Mike Powelz das einfließen, was ihm wichtig ist und was er erfahren hat: die schonungslose Ehrlichkeit der Todkranken sich selbst und anderen gegenüber etwa - egal, wer sie sind und was sie beruflich waren. Er schreibt auch, was wirklich körperlich und mental, in den Köpfen von Sterbenden vorgeht.Aufs Internet gesetzt

Ganz bewusst hat Mike Powelz keinen Verlag für sein Debütroman gesucht, sondern es zum 1. März als E-Book bei "amazon.de" erscheinen lassen. Das Buch kletterte auf Platz eins in der Rubrik "Psychologie und Ratgeber", ist in den Top 100 der Krimis und Thriller. Das Vorwort hat TV-Korrespondentin Antonia Rados geschrieben, die Powelz beruflich porträtiert und so kennengelernt hatte. Er hat aber noch mehr prominente Fürsprecher: Über "Facebook" haben die Schauspieler Veronica Ferres und Axel Prahl den Krimi empfohlen. Powelz mag besonders die mögliche direkte Interaktion mit den Lesern, die das Internet bietet. Er beantwortet jede Anfrage.

Und er plant auch, über seine diesbezüglichen Erfahrungen zu schreiben. "Experiment E-Book". Weil aber die Resonanz so groß ist, kann das Buch jetzt auch gedruckt im Handel bestellt werden: ISBN-Nr: 978-1484041727. Und nach Ahaus kommt Mike Powelz bald wieder: "Zu einer Lesung, versprochen. Der Termin kommt noch."Zur Person

  • 1971 wurde Mike Powelz in Ahaus geboren.
  • Er besuchte die Pestalozzischule und das Alexander-Hegius-Gymnasium.
  • Nach dem Abitur 1992 studierte er Germanistik, Publizistik und Kulturwissenschaften in Münster.
  • Während des Studiums schrieb er für „Der Monat“.
  • Ein Verlagsvolontariat absolvierte er in der Presseabteilung der ARD-Serie „Lindenstraße“ sowie beim Hamburger Heinrich-Bauer-Verlag.
  • Als Chefreporter schreibt er seit April 2004 für die Zeitschriften Hörzu, Hörzu Reporter, Hörzu Wissen und TV Digital (Axel Springer AG).
  • Der Journalist und Schriftsteller lebt mit seinem Lebenspartner in Hamburg.

 

 

 

Anzeige
Anzeige