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Betreiber haben leichtes Spiel mit Sportwetten

Stadt Ahaus hat keine Handhabe gegen viertes Wettbüro

AHAUS Es ist das vierte im Bunde: Seit ein paar Tagen gibt es in Ahaus ein neues Wettbüro. Und das mitten in der Diskussion um schärfere Gesetze gegen Spielsucht.

Stadt Ahaus hat keine Handhabe gegen viertes Wettbüro

Die Außenansicht des neuen Wettbüros an der Ecke Bahnhofstraße/Jutestraße, ein Innen-Foto wurde nicht gestattet. Foto: Christiane Hildebrand-Stubbe

Von außen unterscheidet sich das neue Ladenlokal an der Ecke Bahnhof-/Jutestraße kaum von denen in der Nachbarschaft: Schaufenster, die in dezentes Grau gefasst sind, kompletter Verzicht auf Werbung. Nur beim Blick durch die Scheiben lässt sich vermuten, was sich im Inneren abspielt. Und ums Spielen geht es dort tatsächlich: um Sportwetten. Seit dem 23. März kann man hier auf Pferd und Reiter, auf Satz oder Sieg und auf viele andere Sportarten Geld setzen, kann gewinnen oder verlieren. Und auch Wettbüros sind, wie grundsätzlich alle Orte, an denen es Glücksspiel gibt, strengen Regeln unterworfen. Den gesetzlichen Rahmen gibt der „Glücksspieländerungsstaatsvertrag“ vor, der gerade gefasst wurde.

Bislang aber wurde er noch nicht von allen Bundesländern ratifiziert und ist damit noch nicht in Kraft. Außerdem gibt es bereits erfolgreiche Klagen der Glücksspielbetreiber gegen die im Vertrag deutlich eingeschränkte Lizenzvergabe. Auch gegen die weiteren Bestimmungen im Vertrag gibt es heftige Kritik.

Verschärftes Glücksspielgesetzt

Zukunft vieler Spielhallen noch immer offen

NRW Das verschärfte Glücksspielgesetz will, dass zwischen Spielhallen in den Städten mindestens 350 Meter liegen. Die Entscheidungen sollen die Kommunen treffen, sagt das Land Nordrhein-Westfalen. Die Kommunen fühlen sich ziemlich allein gelassen.mehr...

So soll die Anzahl der Spielhallen deutlich begrenzt werden – erlaubt werden sollen nur noch zwölf Automaten pro Einrichtung, außerdem soll es einen Mindestabstand von 350 Metern zum nächsten Casino und auch zu Schulen und anderen schutzwürdigen Einrichtungen geben.

Mit der fehlenden, rechtlichen Klarheit tut sich offenbar auch die Stadt Ahaus schwer. Auf Anfrage der Münsterland Zeitung teilt Stadtsprecherin Anke Reehuis per Mail mit: „Die Stadt würde gerne stärker regulierend eingreifen und sieht die Entwicklung im Bereich der Spielhallen und Wettbüros kritisch, da Glücksspiel ein hohes Suchtpotenzial birgt.“

Hände gebunden

Aktuell aber sind ihr offenbar die Hände gebunden, wie Reehuis ergänzt: „Im Moment hat die Stadtverwaltung jedoch sowohl ordnungsbehördlich als auch baurechtlich keine Handhabe, da keine ausreichende gesetzliche Grundlage besteht.“ Kontrollen jedenfalls gibt es keine.

Heißt das, dass Ahaus noch weitere Wettbüros tolerieren muss? Trotz der lauten Proteste gegen eine mögliche Umsetzung des Staatsvertrags von der Automatenwirtschaft, weil damit Tausende von Arbeitsplätzen gefährdet seien, scheint das Geschäft mit den Wetten zu florieren. So wirbt XTIP Sportwetten, Tochter des Gauselmann-Konzerns, im Netz mit einem „lukrativen Provisionsmodell“ und „großem Wachstumpotenzial“: „Eröffnen Sie Ihr Wettbüro!“ Übrigens ist XTIP auch der Anbieter im neuen Ahauser Wettbüro.

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