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Telekom und Stadtwerke buhlen um Kunden

Schnelles Internet für Ahauser Außenbereich

Das schnelle Internet im Ahauser Außenbereich soll kommen. Die Stadtwerke übernehmen den Ausbau. Doch über 200 Haushalte kommen nicht in den Genuss eines förderfähigen Anschlusses.

Ahaus

von Christian Boedding

, 07.06.2018
Telekom und Stadtwerke buhlen um Kunden

Glasfaseranschluss im Außenbereich – darauf warten auch in Ahaus viele. © Stadtwerke Ahaus

Die Stadtwerke Ahaus wollen im Juli mit dem Breitbandausbau im Außenbereich beginnen. „Wir fangen damit in Graes und Ottenstein an“, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Siekhaus in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Der Ausbau werde in einer festgelegten Reihenfolge „aufgrund technischer Optimierungspotenziale“ vorgenommen. Über einen Zeitraum von maximal 21 Monaten werden 831 Hausanschlüsse erstellt. Dazu ziehen die Stadtwerke insgesamt 585 Kilometer Glasfaserleitungen in zehn Bauabschnitten.

Doch längst nicht alle Ahauser in den Außenbereichen kommen in den Genuss des schnellen Stadtwerke-Internets. Über 220 Haushalte schauen in die Röhre. Der Grund? Der Ausbau durch die Stadtwerke erfolgt mit Fördermitteln und soll die Kommunen dabei unterstützen, die Bereiche im ländlichen Raum mit Glasfaser zu erschließen, in denen noch kein Telekommunikationsanbieter Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s anbietet. Förderfähig sind nur sogenannte unterversorgte Gebiete.

Telekom blockt etliche Anschlüsse

Dies ist nur der Fall, wenn nicht bereits andere Telekommunikationsanbieter ihr Interesse zum Ausbau bekundet haben. „Die Telekom hat die Anschlüsse geblockt“, erklärte Karl-Heinz Siekhaus den Ausschussmitgliedern. Der Konzern garantiere im Gegenzug den Ausbau auf 30 Mbit/s innerhalb der nächsten drei Jahre.

Ärgerlich für die Betroffenen: Die Leitungen der Stadtwerke sind auf 100 Mbit/s ausgelegt, Unternehmen können sogar auf 160 Mbit/s gehen, wenn sie wollen. Der Unmut bei den Betroffenen ist derzeit groß. Karl-Heinz Siekhaus trat Gerüchten vehement entgegen, die Stadtwerke hätten wegen zu aufwendiger Leitungslegung Haushalte „bewusst ausgespart“.

Vorwurf: mangelnde Transparenz

Bürgermeisterin Karola Voß wehrte sich gegen den Vorwurf mangelnder Transparenz bei der Bekanntgabe, wer in den Genuss eines förderfähigen Anschlusses komme. Sie verwies auf die Internet-Seiten der Stadtwerke und der Stadt. Die förderfähigen Haushalte seien dort einer Übersicht zu entnehmen. Der Verwaltung seien die Hände gebunden, was die von der Telekom geblockten Anschlüsse angehe. „Die Förderrichtlinien sind nun mal so wie sie sind.“

Die Stadtwerke Ahaus wollen aber in die Bresche springen. Das Angebot von Karl-Heinz Siekhaus: „Wir würden privatwirtschaftlich ausbauen. Dazu sind allerdings Eigenleistung und Kostenbeteiligung der Haushalte erforderlich.“ Geplant sind mehrere Info-Veranstaltungen. Die Hürde zur Realisierung ist bei dieser Form des Ausbaus entsprechend hoch. „Wir benötigen eine Anschlussquote von mindestens 65 Prozent. Wenn viele nicht mitmachen, ist das gesamte Projekt gefährdet.“

Informationsabende der Stadtwerke zum Ausbau im Außenbereich sind am Dienstag. 19. Juni, um 19 Uhr in der Gaststätte Wesheim, Wesheimstraße 19 in Wessum; am Mittwoch, 20. Juni, um 19 Uhr im Ahauser Land- und Golfhotel, Schmäinghook 36 in Alstätte und am Dienstag, 26. Juni, um 19 Uhr bei Rols up‘n Hook, Wiegbold 22 in Ottenstein.