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Termin in Julias Tierheim

Tierische Geschenke sind eine schlechte Idee

Ahaus Das Tierheim achtet derzeit bei der Vermittlung besonders auf eine dauerhafte Aufnahme. Für Samstag ist eine „Tierheim-Weihnacht“ geplant.

Tierische Geschenke sind eine schlechte Idee

Der neunjährige „Sam“ ist aktuell Julia Steggemanns ständiger Begleiter. Foto: Foto: Susanne Menzel

Wenn Fridolin reden könnte, hätte er sicherlich nur einen großen Wunsch zu Weihnachten: eine möglichst vielzählige Damentruppe unter seinen Fittichen zu haben. Bevor Sie jetzt auf komische Gedanken kommen: Fridolin ist ein Zwerg-Hahn. Und ein besonders frecher noch dazu. Vielleicht ist das mit einer der Gründe, warum der schwarz-gefiederte, stolze Gockel derzeit sein Leben noch in Julia Steggemanns Tierheim verbringt. Gemeinsam mit zahlreichen Kaninchen, Vögeln, Wüstenrennmäusen, etwa 20 Hunden und rund 80 Katzen. „Wir sind gut ausgelastet“, sagt Leiterin Julia Steggemann und zeigt auf die belegten Boxen. „Allerdings ist auch der Durchlauf ganz gut.“ Soll heißen: Die Vermittlung klappt bisher noch recht zufriedenstellend.

Gute Vermittlungsquoten
„Jetzt, vor Weihnachten, achten wir natürlich ganz speziell darauf, dass die Tiere nicht als lebende Gabe unterm Weihnachtsbaum sitzen. Damit ist keinem gedient.“ Grundsätzlich jedoch sei besonders im November und Dezember die Fluktuation stets hoch. Julia Steggemann: „Das liegt daran, dass die Menschen etwas mehr Zeit haben. Viele müssen zwischen Weihnachten und Neujahr nicht arbeiten und so ergibt sich bei der Aufnahme eines Tieres dann die gute Gelegenheit, dass entsprechend Ruhe für die Eingewöhnung eines neuen, tierischen Familienmitgliedes vorhanden ist.“

Speziell bei den Hunden haben einige der Fellnasen in den vergangenen Tagen ein neues Zuhause gefunden. „Es kommen dabei sowohl Interessenten aus dem Umkreis als von weiter weg, sogar bis hin nach Düsseldorf, zu uns angereist“, freut sich die Tierheim-Leiterin. Sie wird übrigens seit einigen Monaten von einem schwarzen „Schatten“ begleitet. Der neunjährige „Sam“ ist aktuell ihr Begleiter. „Ich besitze keinen eigenen Hund, das ist hier gar nicht möglich. Ich nehme immer einen der Tierheimhunde auf. Er begleitet mich so lange überall hin, bis er vermittelt wird. Das hat den Vorteil, dass ich die Tiere mit ihren Eigenarten wesentlich besser kennenlerne und den neuen Besitzern differenzierter Auskünfte geben kann.“

„Sam“ jedenfalls genießt die besondere Aufmerksamkeit, gelehrig macht er auf Kommando „Sitz“ und „Platz“, gibt beim Anblick von Leckerchen sofort die Pfote. Und lässt sich sogar eine Weihnachtsmütze über die langen Hängeohren stülpen.

Mit der kurzfristigen Verkleidung will Julia Steggemann auf ein besonderes Event am Samstag auf dem Gelände aufmerksam machen: Tierheim-Weihnacht ist dann nachmittags von 14 bis 17 Uhr angesagt. Nach den regulären Öffnungszeiten vormittags von 10.30 bis 12 Uhr sind Besucherinnen und Besucher dieses Mal auch am Nachmittag willkommen.

„Wir wollen Interessenten die Möglichkeit geben, sich unser Areal sowie die Tierhäuser anzuschauen“, begründet Julia Steggemann die Aktion. Und die Tierheim-Bewohner sollen zu Weihnachten von einer besonderen Idee in diesem Zusammenhang profitieren: Geplant ist ein etwa einstündiger Spaziergang durch den Wald gemeinsam mit Tieren und Gästen, die auch eigene Vierbeiner mitbringen können.

Zeit ist größtes Geschenk
„Klar gibt es an Heiligabend darüber hinaus noch extra große Kauknochen, neues Spielzeug oder neue Decken“, lacht die Tierfreundin. „Obwohl die Vierbeiner ja gar nicht wissen, was Weihnachten ist. Es ist eher ein Impuls von uns Menschen, ihnen etwas Außergewöhnliches zukommen zu lassen. Wobei die Zeit da in meinen Augen das allergrößte Geschenk ist, das man den Tieren machen kann.“

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