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Amtsgericht verhandelt über Fall von sexueller Belästigung in Wüllen

Vorwürfe über Grapscherei beim „Kornfest“

Ahaus Eigentlich ist das Wüllener Kornfest, das jährlich von der örtlichen KLJB veranstaltet wird, für seine gute Stimmung bekannt. Im Juni 2017 wurde es jedoch offenbar Schauplatz eines sexuellen Übergriffs. So zumindest schilderte es eine damals 18-jährige Besucherin des Kornfestes, die ebenfalls aus Wüllen stammt, am Montag im Ahauser Amtsgericht.

Vorwürfe über Grapscherei beim „Kornfest“

Die Statue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: picture alliance / dpa

Sie warf einem 20-Jährigen vor, ihr an einem Bierwagen von hinten an die Brust gefasst zu haben. Angeblich mit einem süffisanten Kommentar. Als sie sich umdrehte, habe sie den Angeklagten eindeutig identifiziert und noch gesehen, wie dessen Hand zurückschnellte.

Sofort suchte sie ihren Freund auf, der auch auf dem Kornfest war. Als sie gemeinsam den 20-Jährigen zur Rede stellen wollten, eskalierte die Situation. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft heißt es, dass bei dem Freund der Wüllenerin später Einblutungen an den Augen diagnostiziert wurden – mutmaßlich verursacht durch die Finger des Angeklagten.

Vor Gericht bestritt dieser jedoch beide Anklagepunkte. Er habe nach „drei, vier Bierchen“ ganz entspannt mit dem Rücken am Bierwagen gestanden.

Auseinandersetzung

Dann sei die tränenüberströmte Wüllenerin mit ihrem Freund auf ihn zugekommen. Gemeinsam mit seinen beiden Kumpels, die ebenfalls als Zeugen geladen waren, habe man dann versucht, die Situation zu beruhigen. Dabei sei es jedoch zu einer Auseinandersetzung gekommen. „Ihr Freund hat mir in die Rippen geschlagen, mich dann gepackt und zu Boden gerissen. Dabei muss das mit dem Auge passiert sein“, so der 20-Jährige in der Verhandlung. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung bestritt er komplett. „Sie war so betrunken, sie konnte kaum laufen. Ich weiß nicht, ob es irgendjemand anders war, aber ich habe das Mädchen nicht angefasst.“

Pflichtverteidiger

Warum diese schweren Anschuldigungen ausgerechnet gegen ihn gerichtet wurden, konnte er nicht erklären. „Ich habe die beiden noch nie gesehen.“ Der Richter bot dem 20-Jährigen schon vor der Zeugenvernehmung eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung eines Schmerzensgeldes an. Allerdings unter der Voraussetzung, dass er sich geständig zeige. Dies lehnte der Angeklagte jedoch kategorisch ab. Da sowohl die 18-jährige Wüllenerin als auch ihr Freund sich als Nebenkläger von einem Anwalt vertreten ließen, musste der Richter die Vernehmung der vier Zeugen auf den nächsten Termin verschieben. Denn laut Gesetzbuch steht in einem solchen Fall dem Angeklagten ein Pflichtverteidiger zu.

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