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Kampf um jeden städtischen Baum mit einer Satzung?

UWG will Baumschutzsatzung für Ahaus

Die UWG-Fraktion macht sich für die Einführung einer Baumschutzsatzung stark. Zu oft werde in Ahaus alter Baumbestand gefällt. Doch noch mehr Gründe sprechen nach Ansicht der UWG für die Satzung.

Ahaus

von Christian Boedding

, 02.05.2018
Kampf um jeden städtischen Baum mit einer Satzung?

Ein Schild allein bietet keinen Schutz vor der Kettensäge: Dieses Schild war 2016 an einer Eiche an der Aa-Umflut befestigt worden. © Foto: Stephan Teine

Warum musste dieser Baum gefällt werden. Warum jener? Wenn die Stadt Ahaus an Bäumen die Axt angesetzt hat, veröffentlicht die Münsterland Zeitung regelmäßig Leserbriefe. Meist wird der Verwaltung darin vorgeworfen, zu leichtfertig mit alten Bäumen umzugehen, sie unnötig zu fällen oder schlecht zu schützen.

Die UWG-Fraktion unternimmt jetzt einen Vorstoß, in Ahaus eine Baumschutzsatzung einzuführen. In einem Antrag an Bürgermeisterin Karola Voß bittet die UWG darum, das Thema in der Ratssitzung am Donnerstag, 17. Mai, zu behandeln. Die Begründung der UWG: In Ahaus und den Ortsteilen sei es in den vergangenen Jahren immer wieder „und leider auch immer häufiger“ dazu gekommen, dass alter Baumbestand sowie Gehölze jüngeren Alteres gefällt worden seien. Auch Bäume mit stadtbildprägendem Charakter seien der Säge zum Opfer gefallen.

„Fadenscheinige Begründungen“

Laut UWG sei „mit zum Teil fadenscheinigen Begründungen und Erklärungen versucht worden, den Bürgern und dem Rat zu suggerieren dass viele der Bäume „krank“ seien und das Fällen zum Schutz vor „Umfallen oder Kollabieren des Baumes“ erforderlich gewesen sei.

Die UWG-Fraktion fordert von der Verwaltung – „wie in den meisten Städten und Kommunen seit Langem eingeführt und praktiziert“ – eine Baumschutzsatzung für die Stadt Ahaus vorzubereiten und den Fachausschüssen und dem Rat vorzustellen. Schließlich sei der Schutz der natürlichen Lebensgrundlage ein in der Bundesrepublik Deutschland verankertes Staatsziel. Die UWG dazu: „Mit Bäumen und Gehölzen, die im Eigentum der Stadt stehen, muss diese besonders schonend umgehen.“ Die Erhaltung eines artenreichen Baumbestandes sorge unter anderem für ein gutes Stadtklima und wehre schädliche Einwirkungen auf den Menschen ab.

„Der Antrag der UWG ist gestern bei uns eingegangen“, teilte Doris Zevenbergen, Fachbereichsleiterin Büro der Bürgermeisterin, am Mittwoch auf Anfrage mit. „In der kommenden Sitzung des Rates wird zunächst darüber beraten, ob und wie in den politischen Gremien mit dem Vorschlag der UWG verfahren wird.“ Dabei hat sich nicht nur die UWG dem Baumschutz in Ahaus verschrieben. Immer wieder geht es in den Fachausschüssen um das Thema und verschiedene Fraktionen setzen sich für den Erhalt von Bäumen im Stadtgebiet ein. Aus jüngster Zeit datieren Diskussionen um den Erhalt der Platanen vor dem künftigen Kaufhaus Berken sowie Nachfragen zur „Sanierung von Baumscheiben“ an der Lüderitzstraße. Bei Letzterer wurden von der Stadt mehrere Bäume gefällt

Kommunen sind nicht in der Pflicht

.Eine Pflicht zur Einführung einer Baumschutzsatzung besteht für eine Kommune nicht. Das geht aus dem Landesnaturschutzgesetz hervor. Bad Bentheim hat gerade erst im vergangenen Monat die Einführung einer Baumschutzsatzung abgelehnt. Dafür hat sich die Stadt verpflichtet, für jeden auf einem städtischen Grundstück gefällten Baum zwei neue zu pflanzen.