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Ahauser haben Nachholbedarf in Sachen Mülltrennung

Wenn Bioabfall zu Sperrmüll wird

Ahaus Die Stadtverwaltung hat sich zur Abfallwirtschaft in Ahaus Gedanken gemacht. Für so manchen Bürger gibt es in Sachen Mülltrennung einen Rüffel.

Wenn Bioabfall zu Sperrmüll wird

So sah es im April für einige Tage in der Innenstadt aus. Die Begleiterscheinungen der jährlichen Straßensperrmüllsammlung sorgen immer wieder für Diskussionen. Foto: FOTO: Christian Boedding

Abfallwirtschaft in Ahaus – „das ist mehr als Mülltonne auf, Abfall rein, Mülltonne zu“, sagte Norbert Tenhagen vom Fachbereich Tiefbau und Entsorgung in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Was genau darunter zu verstehen ist, das hat die Stadtverwaltung für die Lokalpolitiker schriftlich zusammengefasst.

Mündlich gab es für die Ahauser in Sachen Abfallentsorgung erst einmal einen Rüffel. „Im Biomüll aus Ahaus ist zu viel Plastik“, mahnte Norbert Tenhagen. Die Kreislaufwirtschaft fordere eine konsequente Getrennthaltung von Abfällen zur Verwertung. Das nächste Problem: „In den Papiertonnen landen auch Flaschen und Biomüll“, berichtete Norbert Tenhagen. Damit nicht genug. „Restmüll wird in gelben Tonnen entsorgt.“

Seit 15 Jahren sei er im Bereich Abfallwirtschaft bei der Stadtverwaltung tätig, sagte Norbert Tenhagen. „Seit fünf Jahren wird es immer schlimmer.“ Die Aufklärung in Sachen Mülltrennung zeige keinen Erfolg. „Da müssen wir mit der Keule ran.“ Es gebe in Ahaus immer mehr Bürger, die auf eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung pfeifen würden.

Erzieherische Maßnahme

Bei Auffälligkeiten schreibe die Stadt Grundstückseigentümer und Mieter an und drohe mit der Verhängung eines Bußgeldes. „Wir haben auch die Möglichkeit, bei wiederholtem Missbrauch die Wertstofftonne einzuziehen und gebührenpflichtig eine Restmülltonne aufzustellen. Als erzieherische Maßnahme.“

Der Mitarbeiter der Verwaltung zeigte den Ausschussmitgliedern Fotos der jüngsten Straßensperrmüllsammlung. Zu sehen waren unter anderem zugemüllte Bürgersteige und großflächig verteilter Müll in Vorgärten. Dabei sei die Sammlung – die einmal jährlich an festen Terminen durchgeführt wird – über die Jahre hinweg positiv verlaufen, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Beschwerden hätten sich in Grenzen gehalten. Der Großteil der Bevölkerung identifiziere sich mit diesem System „und auch mit den weniger angenehmen Begleiterscheinungen“.

Hier nennt die Verwaltung die gewerblichen Sammler. Ihre Aktivität würde Lärm und Gestank verursachen. Eine Handhabe gegen die gewerblichen Sammler haben die Stadt und die Polizei nicht. Ihr Tun sei quasi gesetzlich geschützt über das Kreislaufwirtschaftsgesetz in Deutschland, heißt es von der Verwaltung.

Als weitere Nachteile der jährlichen Straßensammlung listet die Verwaltung noch auf, dass Bürger unerlaubterweise Elektroartikel und Farben, Bauabfälle und Restmüll an die Straße stellen. Allerdings: Nur zwei Wochen lang beherrsche das Thema Sperrmüll das Stadtbild und die Arbeit der Verwaltung. „Dann ist Ruhe bis zur nächsten Sperrmüllabfuhr.“ Als Alternativen zur Ahauser Straßensperrmüllsammlung nennt die Verwaltung Beispiele aus umliegenden Kommunen. In Borken gebe es eine Sperrmüllsammlung auf Abruf, in Vreden und Schöppingen werde mit einer ausschließlichen Nutzung des Wertstoffhofes mit ausgeweiteten Öffnungszeiten gearbeitet. Letztere Alternative bringe etliche Vorteile: sie sei kostengünstig, bringe ein sauberes Stadtbild und keine unangenehmen Begleiterscheinungen.

Alternative für die Zukunft

Fazit der Verwaltung: „Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile und aus der Erfahrung der letzten Jahre würde die Verwaltung dem Rat letztere Alternative für die Zukunft empfehlen.“

Zahlen zur Abfallwirtschaft in Ahaus:

Kosten: Für die Abfallentsorgung gibt die Stadt pro Jahr 2,8 Millionen Euro aus und nimmt sie über die Einnahmen und Gebühren wieder ein. Es handelt sich um eine sogenannte kostendeckende Einrichtung.

Gefäßanzahl: Die Stadt stellt den privaten Haushalten insgesamt mehr als 12.000 Restmüllgefäße, fast 10.500 Bioabfallgefäße, 12.300 Altpapiergefäße, mehr als 13.000 gelbe Tonnen und rund 220 Restmüllcontainer zur Verfügung. Außerdem stehen an 30 Standorten Altglas- und Altkleidercontainer. Für Elektroschrott gibt es auf dem Betriebsgelände der Firma Stenau eine Sammelstelle.

Abfallmenge: Pro Jahr werden fast 18.000 Tonnen Abfälle in Ahaus eingesammelt. Die drei größten Müllmengen sind Biomüll mit 5600 Tonnen, gefolgt von Restmüll (4100 Tonnen) und Altpapier (2400 Tonnen). Statistisch gesehen verursacht jeder Ahauser Bürger jährlich mehr als 450 Kilogramm Abfälle.

Verkaufserlöse: Die Stadt nimmt mit dem Verkauf von Altpapier 220.000 Euro ein, bei den Altkleidern sind es 15.000 Euro, beim Elektroschrott 15.000 Euro und beim Altmetall 5000 Euro.

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