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Einbruchsserie

Bande schickte ausländische Jugendliche auf Beutezug

CASTROP-RAUXEL „Komm, lass uns spazieren gehen“. Wenn dieser Satz fiel, wurde es angeblich gefährlich. Die harmlose Formulierung soll nämlich der Geheimcode einer Einbrecherbande gewesen sein. Fünf der mutmaßlichen Täter stehen seit Dienstag in Bochum vor Gericht. Eine der angeklagten Taten ereignete sich im Januar 2017 auf Schwerin.

Bande schickte ausländische Jugendliche auf Beutezug

Am Bochumer Landgericht geht es seit Dienstag in einem Prozess um eine Einbruchsserie. Foto: picture alliance / dpa

Laut Staatsanwaltschaft gehören die Angeklagten zu einer „weit verzweigten Sippe“ mit verwandtschaftlichen Kontakten nach Serbien, Italien und Frankreich. Für die Wohnungseinbrüche sollen gezielt Jugendliche ohne Deutschkenntnisse angeworben worden sein. Zentrale der Bande war angeblich eine Wohnung in Herten. Dort sollen die Jugendlichen „unter unzureichenden Bedingungen beherbergt“ worden sein.

Ein Angeklagter ist wohl erst 16 Jahre alt

Einer, der bei den Einbrüchen dabei gewesen sein soll, sitzt nun mit auf der Anklagebank. Wenn seine Angaben stimmen, ist er Dienstag 16 geworden. Doch das mit den Personalien ist so eine Sache. Mindestens zwei der fünf Angeklagten sind bei den Behörden unter verschiedenen Namen und Geburtsdaten bekannt. Eine 20-jährige Frau zum Beispiel, die in Rom geboren, in Braunschweig gemeldet und auch im Ruhrgebiet in Wohnungen eingebrochen sein soll. Allein sie hat angeblich mehrere Aliasnamen. Weil die 20-Jährige hochschwanger ist, haben die Richter ihr angeboten, im Falle eines Geständnisses ganz schnell ein Urteil zu sprechen. Dazu war sie nicht bereit.

Einbruch auf Schwerin wurde vereitelt

In Castrop-Rauxel soll die Bande im Januar 2017 versucht haben, in ein Haus auf Schwerin einzubrechen. Eine Nachbarin war auf die Täter aufmerksam geworden, weil sie zu viel Lärm gemacht haben. Weitere Tatorte lagen in Herten, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Braunschweig. Die gesamte Beute bestand laut Anklage aus Bargeld und Schmuck im Wert von über 20.000 Euro.

Für einen erfolgreichen Beutezug soll es übrigens auch einen Geheimcode gegeben haben. Der lautete angeblich so: „Wir haben gegessen.“

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