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Das Interview - Willkommen zum Derby

CASTROP-RAUXEL Derbyzeit in der Stadt: Am Sonntag steigt das Ortsduell der Bezirksliga zwischen Wacker Obercastrop und der Spvg Schwerin. Die "Bomber" der Liga treffen auf einen ihnen eigentlich sehr liebsamen Gegner - sagen zumindest die zwei Siege aus der Vorsaison. RN-Sportreporter Jörg Laumann unterhielt sich mit den beiden Trainern Uwe Esser (Obercastrop) und Helmut Schulz (Schwerin).

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Dennis Hasecke von Wacker Obercastrop dreht nach seinem 2:0 gegen Schwerin noch feiernd ab. Doch zu früh gefreut ...

Am Ende gewannen die „Blau-Gelben“ – unten mit Christian Grond – in der Vorsaison mit 4:2 beim Lokalrivalen und sicherten sich drei Punkte.

Wenn Ihnen vor der Saison jemand vorhergesagt hätte, dass es am 11. Spieltag zwischen Wacker und Schwerin um die Tabellenspitze geht - hätten Sie es für möglich gehalten?Esser: Das war in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten. Allerdings wusste ich schon, dass beide Mannschaften eine gute Rolle spielen können. Dass es jetzt so ideal aussieht, ist natürlich für den gesamten Castrop-Rauxeler Fußball erfreulich. Man muss ja auch sehen, dass die Dortmunder Konkurrenz mit Marten, Eichlinghofen oder Brünninghausen in dieser Liga nicht von Pappe ist.Schulz: Obercastrop habe ich durchaus oben in der Tabelle erwartet. Als ich nach Schwerin kam, hat mir der Trainer der zweiten Mannschaft, Peter Wach, über die starke Rückrunde, die Wacker in der vergangenen Saison gespielt hat, berichtet. Auf uns bezogen habe ich zum damaligen Zeitpunkt sicherlich nicht damit gerechnet, dass wir schon ganz oben stehen würden. Ich musste mir zu Saisonbeginn ja auch erst ein Bild über den Leistungsstand meiner Mannschaft verschaffen.Ist das Spiel am Sonntag ein Spiel wie jedes andere?Esser: In einem Lokalderby ist immer Pfeffer drin. Sportlich ist es für uns natürlich zusätzlich interessant, weil wir mit einem Heimsieg wieder in der Tabelle an Schwerin vorbeiziehen könnten. Das sollte für alle Spieler Motivation genug sein. Schulz: Natürlich kann eine solche Partie kein Spiel wie jedes andere sein. Ich spüre bei den Spielern und auch im Umfeld schon ein gewisse Spannung im Vorfeld des Sonntags. Für mich wird es als Trainer sicherlich auch eine interessante Erfahrung werden, nicht zuletzt, weil eine große Zuschauerkulisse erwartet wird.Was hat Ihnen in der bisherigen Saison bei Ihrer Mannschaft besonders gut gefallen? Wo sind noch Schwachstellen?Esser: Ich bin mit unserer Sturmreihe sehr zufrieden. In den bisherigen Spielen haben wir gut getroffen. Problematischer sieht bei uns im defensiven Bereich aus. Für eine Mannschaft aus der Spitzengruppe der Tabelle kassieren wir einfach zu viele Tore.Schulz: Gut gefällt mir, dass die mannschaftliche Geschlossenheit bei uns sehr stark ausgeprägt ist. Viele der jungen Spieler kennen sich schon aus der C-Jugend, es ist quasi eine historisch gewachsene Einheit. Allen macht es Spaß, sonntags aufzulaufen. Es gibt sicherlich noch einige Defizite, z. B. im taktischen Bereich, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte. Dies ist ja kein Versäumnis der Spieler, sondern meine Aufgabe als Trainer, an möglichen Schwachstellen zu arbeiten.Gab es eine Partie, in der Sie besonders überzeugt von Ihrer Mannschaft waren?Esser: In dieser Hinsicht würde ich das Spiel gegen TSK Herne, das wir mit 4:1 gewonnen haben, herausheben. Dort haben sich alle Spieler voll reingehängt und den Erfolg erzwungen. Es ist uns an diesem Tag auch gelungen, zu den genau richtigen Zeitpunkten die Tore zu erzielen.Schulz: Bis auf die erste Halbzeit am vergangenen Spieltag gegen Kirchhörde war ich mit dem Auftreten meiner Mannschaft immer sehr zufrieden. Auch bei einer Niederlage wie dem 1:2 in Brünninghausen haben mich die Spieler nicht enttäuscht. Deshalb will ich hier keine Partie besonders hervorheben."Die Mannschaft in dieser Form hat mein vollstes Vertrauen" Welche Rolle spielt der Aufstieg in Ihren Planungen? Ist es denkbar, dass Sie Ihre Mannschaften in der Winterpause noch einmal verstärken?Esser: Sollten wir zum Ende der Hinrunde immer noch auf einem Platz mit Tuchfühlung zur Tabellenspitze stehen, ist es gut möglich, dass wir in der Pause in dieser Hinsicht aktiv werden und mit neuen Spielern verhandeln. Mir schwebt dabei wie schon erwähnt vor allem eine Stärkung der Defensive vor.Schulz: Meines Wissens gibt es keine Überlegungen von Seiten des Vorstandes, in Sachen Spielerverpflichtung noch einmal tätig zu werden. Auch ich strebe das nicht an. Die Mannschaft in dieser Form hat mein vollstes Vertrauen. Generell bin ich ein Freund von gewachsenen Einheiten. Unser Ziel ist es, oben mitspielen und interessanten Fußball zu bieten. Das haben wir bislang gut umgesetzt.Sie beide sind schon lange als Trainer und Spieler im Fußball aktiv. Gibt es besondere Erlebnisse in Lokalderbys, an die Sie bleibende Erinnerungen haben.Esser: Ein Erlebnis, an das wohl alle Beteiligten gerne zurückdenken, stammt aus meiner Zeit als Trainer des VfR Rauxel. Das damalige Derby gegen den VfB Habinghorst ging zwar 0:0 aus, hatte aber zahlreiche Torszenen auf beiden Seiten und hätte gut und gerne auch 8:8 enden können. Beide Torhüter waren an jenem Tag absolut überragend.Schulz: Jedes Lokalderby hat seinen eigenen Charakter. Es herrscht eine besondere Atmosphäre mit besonders lauten Zuschauern. Diese Stimmung habe ich selbst schon viele Male erlebt, eine spezielle Anekdote aus diesen Partien kann ich aber nicht aufbieten."Dass es jetzt schon so gut läuft, sopricht für Spieler, Trainer und Verein" Wie beurteilen Sie Ihren Gegner vom Sonntag?Esser: Schwerin hat eine junge Mannschaft, dort hat es im Sommer ja einen großen Umbruch gegeben. Dass es jetzt schon derart gut läuft, spricht für die Spieler, den Trainer und den Verein. So weit ich es mitbekommen habe, hat die Spvg in den bisherigen Spielen sehr guten, erfrischenden Fußball geboten. Das ist eine laufstarke Mannschaft, die sehr viel Druck machen kann.Schulz: Wacker hat es absolut verdient, oben in der Tabelle zu stehen. Vor allem die Offensive ist bislang sehr stark aufgetreten. Insgesamt verfügt Obercastrop über eine Klasse-Mannschaft mit hervorragenden Einzelspielern wie Dennis Hasecke. Was erwarten Sie sich vom Lokalderby?Esser: Es treffen zwei gute Mannschaften aufeinander. Entscheidend wird vor allem sein, wer besser ins Spiel findet. Und natürlich spielt auch das berühmte Quentchen Glück immer eine Rolle in solchen Partien.Schulz: Vom Ergebnis her erwarte ich ein enges Spiel, in dem sich möglicherweise der Glücklichere durchsetzt. Wichtig ist mir aber auch, wie sich meine Mannschaft präsentiert. Natürlich wünsche ich mir einen Sieg für uns. Sollte aber letztlich Obercastrop gewinnen, erwarte ich, dass meine Spieler dies als faire Sportsmänner anerkennen.

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Dennis Hasecke von Wacker Obercastrop dreht nach seinem 2:0 gegen Schwerin noch feiernd ab. Doch zu früh gefreut ...

Am Ende gewannen die „Blau-Gelben“ – unten mit Christian Grond – in der Vorsaison mit 4:2 beim Lokalrivalen und sicherten sich drei Punkte.

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