Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Theater in der Lutherkirche

"Der heilige Paulus" daheim

CASTROP Wo könnte Paulus besser zuhause sein als in der Paulus-Kirchengemeinde? Nein. Keine Frage. Ein Ausrufezeichen! Das setzte das Westfälische Landestheater (WLT), das erstmals in seiner langjährigen Geschichte in einem Gotteshaus spielte, jetzt mit dem Stück „Der heilige Paulus“ in der Lutherkirche.

Anzeige
"Der heilige Paulus" daheim

Paulus (Andreas Kunz, rechts) und Barnabas (Bülent Özdil) suchen nach dem richtigen Weg.

Drei Stunden mit Tiefgang, die das Publikum eintauchen ließen in die Geschichte aus den Anfängen des Christentums. Als ein Feuer brannte, ein Feuer der Begeisterung, des Kampfes, der Qual, der Unterdrückung, der Zweifel und der Gewissheit im Glauben. Untrennbar verbunden mit dem zum Paulus gewordenen Saulus. Ein Altarraum, der zur Bühne wurde, ein Spiel mit einem kargen Bild.

Mit Licht, Schatten, Kerzenflackern, chorischem Gesang, Geläut, Hallelujah, mitunter derben Sprüchen. Und einer herausragenden mimischen und gesanglichen Leistung des WLT-Ensembles, das mit dem „Paulus“ im Februar dieses Jahres eine viel beachtete Premiere im Studio am Europaplatz gefeiert hatte.

"Der heilige Paulus" in der Lutherkirche

Paulus (Andreas Kunz, rechts) und Barnabas (Bülent Özdil) suchen nach dem richtigen Weg.
Julia Gutjahr überzeugte als Persis, hier in einer Szene mit Andreas Bühring als Polizist, der auch die Figur des Lukas verkörperte.
 Titus (Roni Merza) war der treue Begleiter von Paulus.
Persis, Paulus' Schwester, brachte eine erfrischende Note ins Geschehen.
Eine Szene aus dem Stück »Der heilige Paulus« in der Lutherkirche.

Theater in der Kirche, Konfliktstoff von vor 2000 Jahren aufgearbeitet, aus der Feder des Musikalischen Leiters des WLTs, Tankred Schleinschock. In Anlehnung an Pier Paolo Pasolini. Der gewaltsam zu Tode gebracht wurde. Wie Jesus, wie Martin Luther King. Ja, auch zu King gab’s eine Parallele in diesem Theaterstück.

Das nicht nur vom Spiel von Paulus (Andreas Kunz), Barnabas (Bülent Özdil), Titus (Roni Merza) und Erzähler Hanns Kessler lebte, sondern authentisch auch rüberkam mit Persis (Julia Gutjahr), der erfrischenden Schwester des Paulus – egal, ob es sich bei ihr um eine fiktive Figur oder eine real Existierende handelt.Das Publikum verfolgte mucksmäuschenstill den wie ein Roadmovie gestalteten ersten Teil der Vorführung mit Paulus‘ Wanderreise, ließ sich aber auch zum Lachen verleiten, etwa bei Abraham und seinem gefühlt fünften Frühling.

Anzeige
Anzeige