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Dieter Beleijew: "Zwei Punkte verschenkt"

CASTROP-RAUXEL Der Aufsteiger VfB Habinghorst hat sich am Sonntag mit einem 1:1 gegen RW Leithe nach 20 Jahren in der Fußball-Landesliga zurück gemeldet. Über den Auftakt in neuer Umgebung sprachen wir mit dem Habinghorster Übungsleiter Dieter Beleijew.

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In die Ball- und in die Trick-Kiste muss Habinghorsts Trainer Dieter Beleijew in der ersten Landesliga-Saison seines VfB greifen. RN-Foto Lukas

Dieter Beleijew hat allen Grund zur Freude: Der erste "Dreier" ist eingefahren.

Beim Wiedersehen mit dem alten Bekannten aus Eving gab's für Dieter Beleijew und sein Team nicht wirklich Grund zur Freude.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonauftakt in neuer Umgebung?

Beleijew: Überhaupt nicht. Wir haben für unsere Verhältnisse schlecht gespielt, auch wenn wir ohne unsere Stürmer Plachcinski und Kristler auskommen mussten und auch Bahtiar Ay erst zur zweiten Halbzeit dabei war. Es war ein schlechtes Spiel von uns, in dem wir in der 70. Minute ein klares Tor zum 2:0 wegen angeblichen Abseits nicht anerkannt bekommen haben. In der ersten Halbzeit waren meine Spieler noch nervös; in der zweiten Hälfte haben wir aber wegen eigener Unzulänglichkeiten das 1:1 kassiert.

Was meinen Sie damit genau?

Beleijew: Am Mittwoch haben wir im Kreispokalspiel gegen den Verbandsligisten DSC Wanne-Eickel 120 Minuten im strömenden Regen gespielt und sind nach einem 1:3-Rückstand wieder zurückgekommen. Dann gab es die schlechten Prognosen über Leithe. Plötzlich aber halten die in der zweiten Halbzeit kämpferisch dagegen, und wir kassieren in der 82. Minute das 1:1 durch einen "dummen Freistoß", der nur mit 25 Stundenkilometern geschossen war, aber auf unserem Platz noch mal unglücklich aufsprang. Dabei habe ich meinen Spielern vorher gesagt, es muss schon 3:0, 4:0 stehen, noch bevor die Leither wissen, wo sich sie auf unserem Platz befinden. Bei uns fehlte die Einstellung. Wenn wir in der letzten Saison immer als Mannschaft gut waren, so sind wir diesmal in der zweiten Hälfte komplett als Mannschaft abgefallen. Da haben wir zwei Punkte verschenkt, Leithe ist schließlich im Kampf gegen den Abstieg auf Augenhöhe mit uns. Jetzt spielen wir gegen Sodingen, dann gegen den WSV Bochum und gegen Eving-Lindenhorst - das kann schnell mal nach hinten losgehen.

War Leithe der erwartete Gegner - erwartet gut oder erwartet schlecht?

Beleijew: Erwartet schlecht, auch wenn ich gehört habe, dass bei denen noch einige Spieler fehlten. Die haben nur drei Leute gehabt, die Fußballer waren. Da haben im letzten Jahr zehn Bezirksliga-Mannschaften, gegen die wir gespielt haben, ein höheres Tempo vorgelegt.

Taugt denn das 1:1 gegen Leithe wenigstens als Standortbestimmung?

Beleijew: Nein, nicht einmal als keine Standortbestimmung. Deshalb ärgert mich das Ergebnis so. Die Leither haben in der Vorbereitung kaum trainiert. Wir haben unheimlich viel gemacht und viel gelaufen, so dass wir den DSC zuletzt noch in der zweiten Halbzeit körperlich beherrschen konnten. Selbst mit einer normalen Bezirksliga-Leistung hätten wir gegen Leithe gewinnen müssen.

Woran hat´s letztlich gehapert, woran muss der VfB jetzt vor allem arbeiten?

Beleijew: Bei unserem Kurzpassspiel gab es immer wieder Ballverluste. Nach Einwürfen verloren wir den Ball leichtfertig. Leithe hat das 1:1 nicht durch seine eigene Stärke erreicht, nein, wir waren so schlecht. Zum Beispiel vor dem Ausgleich: Wir verlieren den Ball im Mittelfeld und machen dann noch ein Foul 20 Meter vor dem Tor.

Wen sehen Sie neben Leithe in der Reihe der Abstiegsanwärter?

Beleijew: Eintracht Gelsenkirchen, Phönix Eving, Erle 08. Und auch den FV Hombruch halte ich für nicht unschlagbar.

Haben Sie vor der Saison alle Gegner beobachtet?

Beleijew: Ich habe die Gegner nicht angesehen. Jeder meiner Spieler hatte aber die Aufgabe, ein Referat über eine Mannschaften zusammenzustellen - vom Anfahrtsweg bis zur Trikotfarbe und bis zur Bratwurst. Daniel Wiencek hat sich etwa den TuS Eving-Lindenhorst gewünscht, weil dort so einige Spieler aus seinem früheren Club Spvg Schwerin hingegangen sind. Das kann man ja heutzutage alles übers Internet zusammentragen.

Was hat sie am ersten Landesliga-Spieltag am meisten überrascht?

Beleijew: Der Auftritt von Teutonia/SuSWaltrop beim 1:0 gegen den SV Sodingen. Waltrop ist ja auch ein ambitionierter Verein. Aber hinterher war überall von einem grottenschlechten Spiel die Rede, von Not gegen Elend.

Am nächsten Spieltag tritt ja dann ihre Mannschaft beim Verbandsliga-Absteiger in Sodingen an. Hat diese Partie für Sie eher den Charakter eines "Lokalderbys" als die Spiele gegen die Mannschaften aus Dortmund und Bochum?

Beleijew: Gegen Sodingen ist das schon eher ein Lokalderby, na klar. Zumal dort unser ehemaliger Torwart Michael Esser spielt. Die nehmen uns sicher nicht auf die leichte Schüppe, auch wenn die direkt wieder aufsteigen wollen. Immerhin hat Sodingens Trainer Michael Pannenbecker unser Pokalspiel beobachtet, das macht man normalerweise nicht. Aber wir müssen uns gegen Sodingen steigern - auf allen Positionen.

Wie sieht´s mit dem Personal gegen Sodingen aus, Sind denn wieder alle an Bord?

Beleijew: David Plachcinski ist ja weiter verletzt. Daniel Kristler kehrt wieder zurück. Dass beide gegen Leithe gefehlt haben, darf keine Ausrede sein. Alle unsere Spieler sind Landesliga-tauglich. Sollten aber mal fünf auf einmal fehlen, dann wird´s eng.

 

Dieter Beleijew, 48 Jahre alt, ist im siebten Jahr als Trainer beim VfB Habinghorst tätig. In dieser Zeit führte er den Club zweimal auf Platz zwei, dreimal auf Platz drei und jetzt in die Landesliga. Er war zuvor bei der Spvg Schwerin und der SG Castrop (Spieler-)-Trainer in der Bezirksliga tätig. Aktiv spielte Beleijew unter anderem mit der Spvg Schwerin in der Verbandsliga.

 

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In die Ball- und in die Trick-Kiste muss Habinghorsts Trainer Dieter Beleijew in der ersten Landesliga-Saison seines VfB greifen. RN-Foto Lukas

Dieter Beleijew hat allen Grund zur Freude: Der erste "Dreier" ist eingefahren.

Beim Wiedersehen mit dem alten Bekannten aus Eving gab's für Dieter Beleijew und sein Team nicht wirklich Grund zur Freude.

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