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„Doping“ nur noch bis Peking

CASTROP-RAUXEL Das Spiel mit dem kleinen Ball aus Zelluloid ist schnell. Und ein Vorteil verschafft sich der Tischtennis-Spieler, der hart und mit viel Rotation schlagen kann. Das Frischkleben soll genau diesen „Katapult-Effekt“ generieren. Ein Ritual mit Tradition, das bald verboten ist.

„Doping“ nur noch bis Peking

Er möchte das Frischkleben noch bis zum Jahresende „durchziehen“: Christoph Pauly von der DJK Roland Rauxel.

Verboten weil der Verdacht auf Gesundheitsschäden bestehen – der Kleber mit dem neue Beläge auf das Holz aufgetragen werden, enthält Lösungsmittel. Ein Verbot, das im Jugendbereich schon umgesetzt wird. Das „Kleben“ im Seniorenbereich wird noch bis Olympia 2008 in Peking geduldet.  „Ich habe vor anderthalb Jahren aufgehört“, ist das Klebe-Ritual für den amtierenden Castrop-Rauxeler Stadtmeister, Matthias Böhm (Post SV) , kein Thema mehr. „Weil das Verbot ja abzusehen war“ habe er sein Spiel frühzeitig umgestellt. Böhms Gegner im Endspiel der Stadtmeisterschaft will das Frischkleben allerdings noch „durchziehen“, bis 2008. „In der Sommerpause werde ich dann umsteigen. Ich werde das Tischtennis dann ja nicht verlernen“, sagt Christoph Pauly (Roland Rauxel). Es gehe schließlich nicht um große Technik-Umstellung, sondern vielmehr um die Material-Frage. Sein Teamkamerad aus der ersten Mannschaft, Thorsten Wasielak, „klebt“ auch noch. Die anderen Zelluloid-Virtuosen suchen sich Alternativen. Und davon gäbe es reichlich, weiß Roland-Vorsitzender Christian Chroscinski: „Aber derzeit keine Pauschal-Lösung. Die Spieler müssen einfach das Material ausprobieren.“Die Industrie forscht anch neuen Klebern Die Industrie forscht nach Klebern ohne Lösungsmittel, bietet Beläge mit dem gleichen Effekt an. Chroscinski selbst hat nie frischgeklebt. „Da ist viel Pyschologie dabei. Der Spieler bekommt eben eine direkte hörbare Rückmeldung beim Schlag, ob er gut oder schlecht getroffen hat.“ Bei Roland Rauxel greife kaum noch jemand auf die Technik zurück. Auch Chroscinskis Amtsbruder, Heinz-Günther Hiller, hält nicht viel vom vermeintlichen „Doping“ im Tischtennis. Es mache gerade im Grundlagen-Training einiges kaputt. „ Zu Recht ist diese Klamotte schon lange in der Diskussion.“ Beim seinem Post SV klebt noch so mancher. Hiller: „Da tüfelten einige vom Allerfeinsten.“ Und das Frischklebe-Verbot zu Olympia 2008 sieht er auch noch nicht „getrocknet“. Das sei schon seit Jahren eine schwammige Angelegenheit.Hintergründe und Stimmen aus der Tischtennisszene in der Dienstagsausgabe der Ruhr Nachrichten.

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