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"Frisierte" Hainbuchen

CASTROP Zum Stadtgartenfest werden sich die jungen Hainbuchen in einem "historischen" Kleid präsentieren. Dafür haben am Donnerstag drei Stadtgärtner gesorgt.

"Frisierte" Hainbuchen

<p>Reinhard Baatge beschneidet die Hainbuche entlang der Schablone.</p>

Ihre Vorlage: alte Fotos vom Stadtgarten. Die Objekte: zwölf Hainbuchen. Das Arbeitswerkzeug: Heckenschere, Motorsäge und Astkneifer. Das Hilfswerkzeug: eine selbst gebaute pyramidenförmige Schablone.

Genau wie damals zwischen 1926 und 1930, als die ersten Hainbuchen im Stadtgarten wuchsen, sollen ihre erst vier Jahre jungen Nachfolger aussehen. Stattlich, dicht und etwa drei Meter groß. Das haben sich Reinhard Baatge, Hans-Jürgen Albers und Franz-Josef Audzig vom Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen vorgenommen und ihr Projekt in den vergangenen beiden Tagen - rechtzeitig vor dem Stadtgartenfest - realisiert.

In die Höhe geschossen

"Um den Originalen möglichst nah zu kommen, haben wir extra eine Schablone gebaut", deutet Gärtner Reinhard Baatge auf ein pyramidenförmiges Holzgestell, das an einer der zwölf Hainbuchen lehnt. Seit ihrer Pflanzung sind die Bäume mächtig in die Höhe geschossen. "Fünf bis sechs Meter", schätzt Franz-Josef Audzig.

Die Holzschablone (zwei Meter breit und drei Meter hoch) erstellten die Männer mit Hilfe alter Fotos, die von Karl Friedrich Lehmann stammen. "Die Bilder sind im Planpflegewerk enthalten, in dem der Stadtgarten so rekonstruiert wurde, wie er einmal aussah", berichtet Betriebsstellenleiter Hans-Jürgen Albers und ergänzt: "Der Plan wurde schon erstellt, bevor die Gelder für die Sanierung des Stadtgartens beantragt wurden."

Gleichmäßiger Schnitt

Bevor sich Reinhard Baatge mit der Heckenschere einer Hainbuche nähert, platzieren seine beiden Kollegen das Holzgestell mittig am Stamm. "Schließlich soll der Schnitt ja gleichmäßig aussehen", kommentiert der Gärtner und dirigiert: "Geht doch noch ein Stück weiter nach links, durch den Wind hat sich der Baum verzogen."

Dann kann er endlich loslegen. Mit dem schweren Gerät kappt er die langen Zweige entlang des Gestells. Sobald er mit einer Seite fertig ist, wird die Schablone um ein paar Meter verrückt und neu angelegt. "Alter Gärtnertrick", verrät Baatge.

Pyramide wächst noch

Um auch die obersten Zweige zu erreichen, klettert er auf die Ladefläche des Betriebswagens, greift zum Astkneifer und zur Motorsäge. Knapp 20 Minuten dauert es, bis der Baum in Pyramidenform ist. "Sieht noch ein bisschen nackt aus", urteilt Reinhard Baatge, "aber kommen Sie mal in einem Jahr wieder...."

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