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Gespenst von der traurigen Gestalt

CASTROP-RAUXEL Mit einem Knarren geht der Vorhang auf, als wäre er ein Burgtor. Willkommen auf Schloss Canterville, wo spukige Geräusche auf das Hausgespenst einstimmen.

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Gespenst von der traurigen Gestalt

Stefan Leonard spielt Sir Simon de Canterville, der als Gespenst von Canterville belächelt wird.

Rainer Lewandowski hat Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ bearbeitet, Tankred Schleinschock den Kinder-Klassiker am Westfälischen Landestheater inszeniert und mit Musik unterfüttert. Am Sonntag war Premiere in der Stadthalle. Wenn Stefan Leonard (köstlich als Gespenst von der traurigen Gestalt) sein jauliges „Huiiiii!“ hören lässt, dann krähen die Kinder vor Freude. Nein, zum Gruseln ist der Schlossgeist wirklich nicht. Das findet auch die Otis-Familie, die in das alte Gemäuer eingezogen ist. Da kann der Geist ruhig seine Verkleidungen (Kostüme: Maud Herrlein) durchprobieren: Ritter mit Rasselkette. Kopfloser Mönch. Scheeläugiger Kutscher oder weiße Frau. Bange machen kann er keinem. „Hi, Gruftie!“, grüßt Otis Junior lapidar, als ihm der Geist nachts auflauert. Der Sohnemann trägt Nietengürtel und Punkfrisur wie Bill von Tokio Hotel. Ältere Kinder wissen, dass „Schrei“ ein Song der Gruppe ist und lachen, wenn Alexander Leder plötzlich ein „Schrei!“ einflicht. Denise Elsen spielt die Tochter der Schlossbesitzer, passgenau als Göre besetzt. Gerrit Pleuge gibt die affektierte Schreckschraube von Mutter, Tobias Teschner den Papa Otis. Kompliment an Simone Endres, die sich die Rolle der Haushälterin in drei Tagen angeeignet hat, weil eine Kollegin erkrankte.Wasserpistole Wenn das Gespenst die Kinder befragt („Ich bin 400 Jahre alt und wie alt bist Du?“), zeigt das Stück funktionierende Mitmach-Elemente. Auch die Verfolgung mit Wasserpistole verfehlt nicht ihre aufmunternde Wirkung bei den Kleinen. Tankred Schleinschocks Musik kommt vom Keyboard, das auch nach Spinett oder Orgel klingt. Nicht alle live gesungenen Texte sind klar verständlich, was diesem flott inszenierten Kinder-Spaß keinen Abbruch tut.

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