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Gestohlene Kettensäge hing im Zaun

CASTROP-RAUXEL Versuchter Diebstahl oder bereits vollendet? Die Antwort auf diese Frage entschied gestern im Amtsgericht über das Strafmaß für den Angeklagten. Der wurde bereits in Handschellen aus einer JVA vorgeführt. Jetzt muss er sich auf weitere neun Monate hinter Gittern einrichten.

Für Amtsrichter Schwarz waren die beiden Diebstähle, für die sich der 26-Jährige verantworten musste, vollzogen, obwohl die Aktionen gründlich daneben gingen. So hatte der mehrfach vorbestrafte Angeklagte am 1. Juni 2007 im Kaufland einen 299 Euro teuren LCD-Fernseher in seinen Einkaufswagen geladen und zunächst in einer Schlange an einer Kasse gewartet. Weil er dann plötzlich nur wenige Minuten später mit einem leeren Wagen auf der anderen Seite stand, wurde der Kaufhaus-Detektiv stutzig und beschattete den Kunden. Der trollte sich, betont unauffällig, zu Kasse Nummer 11.

Aufmerksamer Detektiv

Die war unbesetzt und lag für sein Ansinnen strategisch günstig, weil alle Kassiererinnen an den geöffneten Kassen in die andere Richtung blickten. Hier hatte er seinen Karton auf dem Boden unter der Kasse hergeschoben, um ihn unbemerkt einzusammeln. Was der aufmerksame Detektiv vereitelte. Weniger unauffällig war die Aktion im Hagebaumarkt nur wenige Tage zuvor verlaufen. Hier hatte der Mann eine Kettensäge im Wert von 529 Euro auf dem Außengelände über den Zaun werfen wollen, um sie später zu holen. Doch die Beute verhedderte sich und blieb oben im Gitter hängen. Der Mann wurde noch im Laden gestellt.

Noch ein Verfahren

Eindeutig vollendeter Diebstahl, befand der Richter und schmetterte damit den Einwand des Verteidigers, der darin nur einen Versuch sah, ab. An der Situation des Angeklagten hätte ein milderes Urteil vermutlich nur wenig geändert. Immer wieder hat er in der Vergangenheit gestohlen, um seine Drogensucht zu finanzieren. Und schon mehrfach hat er deswegen Freiheitsstrafen kassiert. Die aktuelle Freiheitsstrafe hat er erst vor knapp drei Wochen angetreten, nachdem er sich freiwillig bei der Polizei gemeldet hatte, entschlossen, die Abhängigkeit von Betäubungsmitteln endlich in Griff zu bekommen. Zeit wird er genug haben, denn im nächsten Monat wartet in Bochum bereits das nächste Verfahren gegen ihn: Räuberischer Diebstahl. Da wird zu den neun Monaten Freiheitsstrafe noch einiges hinzukommen.

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