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Im Aufzug mit Beckenbauer

CASTROP-RAUXEL Was genau hat eigentlich Fußball mit Countrymusik zu tun? Gerd Dembowski, in Berlin und Brighton lebender Buchautor und taz-Kolumnist, hatte auf diese Frage am Sonntagabend in der Bahia de Cochinos an der Wittener Straße keine wirkliche Antwort.

Den rund 50 Besuchern bescherte er mit seiner mehr als zweistündigen Lesung "Fußball vs. Countrymusik" dennoch einen überaus unterhaltsamen Abend.

"Das wird heute Abend auf jeden Fall ein Fiasko"

Die Abwesenheit eines Konzepts ist das Konzept beim Leseabend mit Dembowski. "Das wird heute Abend auf jeden Fall ein Fiasko", entschuldigt sich der Autor schon zu Beginn. Diese Prognose tritt jedoch keineswegs ein. Zwar pendelt der gebürtige Recklinghäuser mitunter willkürlich zwischen vorgelesenen Texten, erfreulich unpeinlich gesungenen Liedern und dem Einsatz obskurer Spielzeuge hin und her und verliert auch schon einmal den erzählerischen Faden. Dembowski schafft es dennoch immer wieder, die Zuhörer mit seinen Geschichten zu fesseln.

Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass der studierte Sozialwissenschaftler wirklich etwas zu erzählen hat. Fünf Jahre lang war Dembowski Sprecher des Bündnisses Aktiver Fußballfans (BAFF), organisierte unter anderem die viel beachtete Ausstellung "Tatort Stadion. Rassismus und Diskriminierung im Fußball".

Aufzugfahrt mit Franz Beckenbauer

Seine Aktivitäten brachten ihm sogar eine offizielle Einladung als Redner zum Kongress des Weltverbandes FIFA 2001 in Buenos Aires ein. Ein Ereignis, das auch bei der Lesung in Castrop-Rauxel großen Raum einnimmt. Von der Aufzugfahrt mit Franz Beckenbauer über die unfreiwillige Verbrüderung mit FIFA-Präsident Joseph Blatter bis hin zur erfolglosen Annäherung an den schwer bewachten Weltpokal reichen die amüsanten, aber ebenso kritischen Erinnerungen des Autors.

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