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Immer mehr Ratten-Nester

Ickern D ie Giftköder sind seit langem ausgelegt, die Ratten aber tummeln sich. An der Heinestraße 30 ist Rainer Wedekind am Ende seines Lateins: "Irgendwie muss man der Plage doch Herr werden?!"

Vor knapp drei Monaten ließen sich die Tiere zum ersten Mal im Garten des Neun-Parteien-Hauses blicken. "Ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, als zwei Grundstücke weiter ein altes Haus abgerissen wurde", erinnert sich Mieter Rainer Wedekind. Die Ratten suchten wohl neue Schlupflöcher - und fanden sie auf den Grundstücken ringsherum. "Bei uns unter den Garagen. Da ist es geschützt und warm", deutet Rainer Wedekind auf Löcher im Rasen, die unter die Garagen führen.

Köder ausgelegt

Der Vermieter Heitfeld aus Waltrop reagierte prompt, riss alles Gestrüpp aus dem Garten und beauftragte einen privaten Rattenfänger. Mindesten 15 Köderboxen stellte dieser im Keller des schmucken Mietshauses auf und legte zwei Fallen im Garten aus. "Keine billige Angelegenheit. So ein Giftköder für die Löcher im Garten kostet schon zehn Euro", kommentiert Mieter Markus Jung. Beim Rasenmähen am Samstag hat er wieder ein neues Schlupfloch an der Garage entdeckt. "Das Problem ist ja, dass man nicht weiß, ob es ein Nest oder ein Ein- oder Ausgang ist", sagt der Familienvater. Seine Kinder lässt er nur noch ungern im Garten spielen. "Der Großen haben wir die Situation erklärt, sie vor den Tieren und den Ködern gewarnt", erzählt Markus Jung, "die Kleine geht nicht alleine herunter."

Zwei Ratten hat Rainer Wedekind selbst erwischt. Bis in die erste Etage des Hausflurs hat es ein Tier vor knapp einem Monat geschafft. "Ob es durch den Keller oder die Haustür kam, wissen wir nicht. So kann es nicht weiter gehen", wettert Rainer Wedekind, "man kann ja nicht einmal mehr die Fenster in der Souterrainwohnung öffnen."

Auch an die Stadt haben sich die Hausbewohner schon gewandt. "Wir haben mehrfach jemanden herausgeschickt", sagt Heinz-Dieter Morawski vom Ordnungsamt, "aber es sterben nie alle Tiere. Einige ältere Weibchen retten sich immer." Straßengullys und sogar Außenbereiche bestückt die Stadt mit Ködern. "Dazu müssen wir aber erst einmal angerufen werden. Wir betreten ja nicht irgendwelche Grundstücke", unterstreicht Morawski.

Übersetzt heißt das, dass sich die Nachbarn rund um das Haus Heinestraße 30 beim Ordnungsamt melden müssten. Dann könnte großflächiger agiert werden. jug

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