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Kameras verschwunden

CASTROP-RAUXEL Hausrat gesucht! Eine solche Anzeige in der Zeitung erscheint wie gerufen, wenn man eine Wohnung auflösen muss.

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Denn der eigene Haushalt ist in der Regel komplett, doch soll das Hab und Gut, das zum Beispiel Verwandte nach ihrem Tod hinterlassen haben möglichst in gute Hände. Doch bei dem Fall, der gestern vor Gericht verhandelt wurde, fühlte sich die Nachlass-Verwalterin getäuscht und betrogen. Die 66-jährige Zeugin hatte auf ein solches Inserat geantwortet, als sie ein komplettes Haus auflösen musste. Sie vereinbarte einen Termin mit einer Interessentin, die zur Besichtigung noch einen jungen Mann mitbrachte. Einen Neffen, der schauen wollte, ob er etwas für seine erste Wohnung gebrauchen könne.Leerer Karton Konnte er, kaufte einen Receiver fürs Fernsehen. Die 47-jährige Angeklagte erwarb einen DVD-Player für 30 Euro, außerdem einen Kerzenleuchter und ein kleines Schiff aus Holz. „Das war‘s“, beteuerten die beiden, die am Dienstag mit ihren Anwälten auf der Anklagebank saßen. Denn die Zeugin vermisste drei bis vier Wochen nach dem Termin im Januar 2007 eine Stofftüte, in der sie zwei bis drei alte Kameras aufgewahrt hatte, sowie eine nagelneue Nikon Coolpix-Digitalkamera. Die leere Schachtel war einem bekannten Ehepaar aufgefallen, mit dem sie im Haus weilte, das sie ausräumen wollte. Erst da vermisste sie auch den Stoffbeutel. Schnell fiel ihr Verdacht auf das Paar, das Wochen zuvor ein paar Dinge gekauft hatte und dem sie auch die gebrauchten Kameras gezeigt hatte. Die hätten jedoch kein Interesse daran gehabt, die Frau habe nach Kleidung gefragt und sie ins Schlafzimmer „gelockt.“ Als sie zurück kamen, sei der junge Mann bereits verschwunden gewesen und die Frau hätte sich auffallend schnell ebenfalls verabschiedet. Für die 66-Jährige Anlass genug, Anzeige zu erstatten.Stofftüten Ein Vorwurf, der auch durch intensives Nachfragen nicht zu erhärten war. Vielmehr zeigte sich, dass die Klägerin mit der Situation wohl recht überfordert war, viele Gegenstände in Stofftüten verpackte, sammelte und mit in die eigene Wohnung nahm. Und dass in den Wochen zwischen dem Besichtigungstermin mit den Angeklagten und der Feststellung, dass die Kameras fehlten, wirklich niemand im Haus war, konnte auch nicht nachgewiesen werden. Das bedeutete nur eins: Freispruch für die Angeklagten.

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