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Kunst für den Kreisel

SCHWERIN Der Entwurf liegt mit der Zeichnung nach unten. Noch soll niemand wissen, wie das Kunstwerk aussieht, das schon bald den neuen Kreisel am Neuroder Platz schmückt.

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Paul Reding mit einer Bronzestatue in seinem Garten.

Eine "Maleridylle" auf der Terrasse. Regener

Fast niemand! Denn dann gewährt Paul Reding doch einen Blick auf sein Bild. "Auf dem Weg zu neuen Zielen" soll das imposante Objekt aus Baustahl heißen, von dem es bislang nur ein Briefbogen-kleines Bild gibt. Es wird ein Gesicht, erklärt der Waltroper Künstler, der 1939 in Habinghorst geboren wurde.

Reduzierte Formen

Rund 2,50 Meter hoch soll die Plastik werden. Zwei Gesichtshälften - reduziert auf zwei schmale Ovale, gebogen wie ein Löffel, stehen dann einander gegenüber. In der Mitte jeweils ein Auge. Mehr nicht.

Den Rest überlässt Paul Reding dem Betrachter. Das Gesicht spricht. Es verändert sich, je nachdem, aus welcher Richtung sich der Autofahrer oder Fußgänger dem Kreisel nähert. Wird mal breit und freundlich, mal streng und schmal. Auch das Wetter, so erklärt der Künstler, trägt seinen Teil zum Minenspiel bei. Regen färbt den rostig-braunen Stahl dunkel, Sonne zaubert leuchtende Reflexe.

Der Schaffensprozess selbst wird Schwerstarbeit, für die Reding auf die bewährte Zusammenarbeit mit der Waltroper Stahlfirma Langendorf zurück greift. Dort entstand vor kurzem auch der Kreuzweg, der seit März die Halde der Zeche Waltrop ziert. Auch hier hat der Künstler auf einfache, fast plumpe Formen gesetzt, die in Material und Farbgebung die spezifische Geschichte der Landschaft aufgreifen. Dicker Baustahl, schwarz gestrichen - erinnert an die Kohle- und Stahlvergangenheit der Region.

Eine Region, deren Vergangenheit Paul Reding auch durch Engagement für das Heimatmuseum Waltrop anschaulich macht, wo das Thema Bergbau natürlich auch großen Raum einnimmt.

Doch der Künstler blickt nicht nur zurück, sondern ebenso in die Zukunft. Kritisch. Seine Meinung, wie könnte es anders sein, drückt er über seine Kunst aus. Seinen Unmut über das geplante Kraftwerk in Datteln hat er in dem Gemälde "Pachamama" kundgetan. Eine Mutter mit Kind, wie eine Mariengestalt. Warme braune Erdtöne im Hintergrund stehen für die heile Welt. Auch das helle Antlitz des Kindes ist noch unbeschadet. Im Gegensatz zum Gesicht der Mutter. Farbschlieren, die wie zufällig wirken, dunklere Farben - mit diesen Stilmitteln zeigt der Maler, dass die Frau schon negative Erfahrungen sammeln musste.

Kraftvolle Linien

Die leicht geschwungenen Konturen dieses Bildes finden sich in zahlreichen Werken Redings wieder. Sind fast ein Markenzeichen. Und auch das neue Kunstwerk für den Schweriner Kreisel verrät durch seine kraftvoll geschwungene Linienführung die Handschrift des Künstlers Paul Reding.  

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Paul Reding mit einer Bronzestatue in seinem Garten.

Eine "Maleridylle" auf der Terrasse. Regener

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