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Lachtränen nicht ausgeschlossen

CASTROP-RAUXEL Aus einem Teller salziger Sardinen lässt sich eine absolut süße Klamotte machen. Das hat der britische Autor Michael Frayn 1982 mit seinem Stück "Der nackte Wahnsinn" bewiesen.

Lachtränen nicht ausgeschlossen

"Der nackte Wahnsinn" ist beim WLT los - und erntete Riesenapplaus.

Ein irrer Erfolg, der auch im Ruhrgebiet in den 80er und 90er Jahren überall nachgespielt wurde und, solcherart durchgenudelt, dieser hochkomischen Farce eine Zwangspause verschaffte.

Doch jetzt ist der Wahnsinn am Westfälischen Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel wieder ausgebrochen. Ein Glück für alle Amüsierwilligen und alle, die immer schon mal wissen wollten, wie verrückt Menschen im Allgemeinen und Schauspieler im Besonderen sind.

Ein Stück in drei Aggregatszuständen

Wir sehen - als Stück im Stück - die Inszenierung "Nackte Tatsachen". Haushälterin Dotty macht sich gerade eine Tellerchen Sardinen zurecht, als die Besitzer des Landhauses auf der Flucht vor der Steuer vorbeischauen. Gleichzeitig will Makler Garry die vermeintlich leere Bleibe für ein Schäferstündchen nutzen, ein Einbrecher hält das Haus für leichte Beute und ein Scheich hat sich als Kaufinteressent angesagt. Frayns Geniestreich: Er zeigt uns das Stück in drei Aggregatzuständen. Zuerst bei der Generalprobe (da lieben sich die Schauspieler noch), dann einen Monat nach der Premiere (da hassen sie sich schon) und zuletzt am Ende der Tournee (da gehen sie aufeinander los).

Von sackenden Hosen und Treppenstürzen

Bei der Premiere am Samstag musste sich das sympathische Ensemble erst mal warmspielen. Doch Regisseur Gerhard Fehn, der auch selbst als Regisseur Lloyd auf der Bühne steht, steigert den Lachtränen-Faktor unaufhörlich. Cornelia Löhr als Sexbombe mit Eulen-Augen und Vesna Buljevic als Dotty, die zur entnervten Schlampe mutiert, kämpfen mit Türen und Sardinen ebenso witzig wie Guido Thurk mit seiner (ja, man muss es sagen) heruntergelassenen Hose. Markus Kloster wagt einen spektakulären Treppensturz, Walter Theil gibt einen rührend unfähigen Dieb. So gelingt in der praktikablen Ausstattung von Luzia Gossmann - wichtig bei einem Stück, dessen Bühnenbild im zweiten Akt von hinten zu sehen ist - eine Klamotte mit Klasse.

Karten für das Stück beim WLT unter  Tel. (02305) 97 80 20.

 

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