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mlzKurdische Schülerin des Berufskollegs berichtet

Midia Ibrahim (19) und die Leiden von Aleppo und Afrin

Midia Ibrahim (19) und die Leiden von Aleppo und Afrin

Midia Ibrahim aus Syrien ist seit etwa einem Jahr in Castrop-Rauxel und lernt fleißig am Berufskolleg, damit sie in Deutschland leben kann. Foto: Tobias Weckenbrock

Castrop-Rauxel Midia Ibrahim ist 19 Jahre jung. Sie ist die einzige Frau in ihrer Internationalen Klasse am Berufskolleg. Ihre Mitschüler nennen sie "Bruder". Midia ist die Klassenbeste. Sie ist noch nicht lange in Deutschland, aber ihr Deutsch ist top. In Gedanken aber ist sie in Afrin. Die Bilder vom Krieg türkischer Truppen gegen kurdische Kämpfer, Bilder von toten Kindern, zerstörten Häusern - gefährden sie ihre Integrationsbemühungen in Castrop-Rauxel?

Dass Midia Ibrahim, die kurdische Syrerin aus Aleppo, von ihren Mitschülern "Bruder" genannt wird: Sie findet es lustig. Sie freut sich irgendwie darüber. Denn es zeigt vor allem, wie eng die Klassengemeinschaft zusammensteht hier in der Internationalen Schulklasse am Berufskolleg von Klassenlehrerin Nathalie Franitza-Linek. Mehr noch als "Brüder" sind für Midia aber ihre Angehörigen: Neun Tanten und ein Onkel, erzählt die Kurdin, lebten bis zuletzt in Afrin. In einer Stadt und gleichnamiger Grenzregion von Syrien zur Türkei, die in Europa kaum einer kannte - bis im Januar dieses Jahres die türkische Armee dort in der Operation Olivenzweig einmarschierte. Das Leben dort ist seither eines unter Bomben und Krieg; eines, das von beidseitiger Propaganda mit Lügen erfüllt wird. 

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