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"Nie wieder Autoscooter"

CASTROP-RAUXEL Die Schülerin wusste gar nicht, wie ihr geschah: im Juni letzten Jahres auf der Henrichenburger Kirmes wurde sie von hinten angefallen. Zu Boden gerissen. Mit Fäusten malträtiert. So schilderte sie es heute im Amtsgericht.

"Nie wieder Autoscooter"

Beim Autoscooter sind Rempeleien üblich. Für kleine Kinder sind diese Fahrzeuge nicht ungefährlich. Das zeigt auch der angeführte Fall.

Denn auf diesem beliebten Fahrgeschäft nahm das Unheil seinen Lauf. Gemeinsam mit einer Freundin flitzte die 16-jährige Schülerin über die sehr volle Fahrfläche. "Alle Wagen waren unterwegs", erinnerte sie sich. Kollisionen waren vorprogrammiert und wurden - das macht für viele den Spaß erst aus - auch bewusst herbeigeführt. Dabei haben die beiden jungen Frauen auch den Wagen des Angeklagten gerammt, der mit seinem dreijährigen Sohn unterwegs war.

Kleiner Junge prallte mit der Nase auf das Steuerrad

"Angeschnallt", wie der 26-jährige Vater betonte. Trotzdem prallte der kleine Junge mit der Nase auf das Steuerrad. Nasenbluten! Als dies die 22-jährige Mutter sah, rastete sie völlig aus. Weil die beiden jungen Frauen, die noch weiter ihre Runden auf der Fahrfläche zogen, auf ihr Winken nicht herankamen, bespuckte sie sie zunächst beim Vorbeifahren und rannte hinterher, als diese eingeparkt hatten.

Sie riss die Schülerin von hinten an den Haaren, zog sie zu Boden und bearbeitete das Gesicht mit den Fäusten. Stieß ihr Knie in den Rücken der Wehrlosen. Mit dem Ohrring, den sie dem Opfer herausgerissen hatte, verursachte sie eine acht Zentimeter lange Schramme durch deren Gesicht. Außerdem attestierte der Arzt verschiedene Hämatome, eine Nasenprellung und eine Beeinträchtigung der Hals-Wirbelsäulen-Beweglichkeit.

Als der 18-jährige Freund dem Opfer helfen wollte, mischte sich der Ehemann der Angeklagten ein. Versetzte dem Freund Faustschläge, so dass der lang hinschlug.

Gewaltbereitschaft erneut unter Beweis gestellt

Damit stellte er seine Gewaltbereitschaft erneut unter Beweis, denn er stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter Bewährung für eine Freiheitsstrafe, ebenfalls wegen Körperverletzung.

Dass es zumindest sehr leichtsinnig war, ein Kleinkind mit in den Autoscooter zu nehmen, sah er gestern ein. "Eigene Doofheit." Doch das schützte vor Strafe nicht. Weil er derzeit eine Arbeit hat und regelmäßig den Kontakt zur Bewährungshelferin hält, wurde die Freiheitsstrafe von fünf Monaten, zu der er wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt wurde, noch einmal auf Bewährung ausgesetzt. Seine Ehefrau, die lediglich zwei geringfügige Jugendstrafen auf dem Konto hat, wurde mit einer Geldstrafe belegt: 150 Tagessätze zu jeweils zehn Euro.

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