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Niederlande nur ein Gerücht

CASTROP-RAUXEL Der Castrop-Rauxeler Fußballprofi Marc Kruska (Borussia Dortmund) sorgte im Ruhrgebiets-Derby für Gesprächsstoff. In der Schlussphase der Partie, die der BVB mit 1:4 verlor, sah der Mittelfeldspieler wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte. Jörg Laumann sprach mit Kruska über diese Situation und die aktuellen Entwicklungen beim BVB.

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Niederlande nur ein Gerücht

Marc-André Kruska (l.), hier für den BVB gegen Gladbach im Einsatz, absolvierte sein sechstes Länderspiel im Dress der U21-Nationalmannschaft.

Was ärgert Sie in der Nachbetrachtung mehr: Das 1:4 gegen Schalke oder die Gelb-Rote Karte, die Sie selbst erhalten haben? Kruska: Beides ist natürlich gleichermaßen ärgerlich. Nicht zuletzt war es auch der Frust über den Spielverlauf, der zu meiner Reaktion dem Schiedsrichter gegenüber geführt hat. Daraus kann ich nur lernen. Es wird mir wohl nicht noch einmal passieren.

Wie hat Ihr Trainer Thomas Doll auf den Platzverweis reagiert? Kruska: Wir hatten zunächst gar nicht die Gelegenheit ausführlicher über die Ereignisse vom Derby zu sprechen. Ich war ja mit der U21-Nationalmannschaft in Fürth unterwegs. Nach meiner Rückehr vom Länderspiel habe ich mit dem Trainer ein ganz normales, ruhiges Gespräch geführt. Wir haben die Situation gemeinsam analysiert. Er hat mir geraten, nicht mehr so viel darüber nachzudenken und nach vorne zu schauen.

Schmerzt eine Niederlage im "großen" Revierderby mehr als andere? Kruska: Natürlich ist die Stimmung in diesem Spiel eine ganz besondere. Letztlich bereiten wir uns aber auf diese Partie genauso vor wie auf jede andere auch. Dass wir mit null Punkten gestartet sind, ist ganz einfach ein schlechtes Ergebnis. Da spielt der Gegner, gegen den verloren wurde, gar nicht so eine entscheidende Rolle.

Die Auseinandersetzung zwischen Ihrem Torwart Roman Weidenfeller und Gerald Asamoah hat jetzt ein Nachspiel vor dem Sportgericht. Was haben Sie davon mitbekommen? Kruska: Ich kann dazu eigentlich gar nichts sagen. Im Spiel habe ich von dem Streit nichts mitbekommen, in den vergangenen Tagen war ich wie bereits erwähnt mit der U21 unterwegs. Prinzipiell hoffe ich natürlich darauf, dass das Verfahren positiv für Roman ausgeht und er nicht gesperrt wird. Er ist ein wichtiger Rückhalt für uns. (Anm.d.Red. zwei Stunden später wurde die Sperre von drei Spielen für Weidenfeller bekannt).

Sie haben den Null-Punkte-Auftakt der Borussia bereits erwähnt. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür, dass man so schlecht aus den Startlöchern gekommen ist? Kruska: Das ist sehr schwierig zu beurteilen. Wir haben ja eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt. Aber der Ligabetrieb ist dann doch immer etwas Anderes. Ich denke, dass die Mannschaft einfach noch ein paar Spiele Zeit braucht, um richtig zueinander zu finden.

Im ersten Saisonspiel kamen Sie gar nicht zum Einsatz, im DFB-Pokal nur kurz. Wie sind Sie mit Ihrer sportlichen Situation beim BVB zufrieden? Kruska: Es war mir vorher klar, dass Sebastian Kehl in die Mannschaft zurückkehren und ich nicht unbedingt immer zur Start-Elf gehören würde. Insofern ist das eine Situation, mit der ich gut umgehen kann. Ich muss auf dem klassischen Weg den Sprung ins Team suchen, werde weiter an mir arbeiten und im Training alles geben.

Sie werden also Ihren Vertrag beim BVB, der bis 2009 läuft, auf jeden Fall erfüllen? Kruska: Ja, natürlich. Ich mache mir überhaupt keine Gedanken über einen Vereinswechsel.

Es gab Gerüchte, dass Ihnen ein Angebot aus den Niederlanden gemacht worden sein soll. Stimmt das? Kruska: Das ist in der Tat nur ein Gerücht. Ich habe von einem solchen Angebot noch nie etwas gehört.

Welche Ziele haben Sie mit der U21-Nationalmannschaft? Kruska: Wir haben am Dienstag ein 2:2 gegen Irland erreicht, obwohl wir stark ersatzgeschwächt antreten mussten. Für mich lief das Spiel recht gut, weil ich 90 Minuten im Einsatz war und das zweite Tor vorbereitet habe. Perspektivisch gilt unsere gesamte Aufmerksamkeit natürlich der EM-Qualifikation, die am 7. September mit der Partie gegen Nordirland beginnt. Hier wollen wir uns auf jeden Fall durchsetzen.

Sie sind als Fußballer bei Arminia Ickern und dem VfR Rauxel groß geworden. Welche Verbindung haben Sie noch zum Fußballgeschehen in Ihrer Heimatstadt? Kruska: Ich bin noch sehr regelmäßig beim VfR Rauxel vor Ort, weil meine Freunde Zuuhair Allali und Dennis Batzer dort als E-Jugendtrainer aktiv sind. Manchmal mache ich dort das Training mit, worüber sich auch die kleinen Fußballer sehr freuen. Mir macht das natürlich auch großen Spaß.

Ihre beiden früheren Clubs spielen nur noch in der B-Liga. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung? Kruska: Das ist natürlich traurig. Generell ist es aber eine Auswirkung der Probleme im Nachwuchsbereich. Wenn ich in Castrop-Rauxel unterwegs bin, sehe ich kaum noch Kinder, die auf der Straße oder auf Bolzplätzen Fußball spielen. Ich hoffe, dass es langfristig wieder stärker gelingt, den Nachwuchs von der Playstation wegzulocken und für richtigen Sport zu begeistern.

In die nahe Zukunft geschaut: Wie wird der BVB am kommenden Samstag abschneiden? Kruska: Leider kann ich das Spiel gegen Energie Cottbus ja nur von der Tribüne aus verfolgen, weil ich nach dem Platzverweis gesperrt bin. Ich erwarte ein sehr schweres Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner. Letztlich müssen wir aber auf jeden Fall gewinnen. Egal wie.

Marc Kruska, geboren 1987, begann seine fußballerische Laufbahn bei Arminia Ickern und dem VfR Rauxel. 1999 wechselte er zu Borussia Dortmund, wo er bereits als 17-Jähriger den Sprung in die Profimannschaft schaffte. Mittlerweile hat Kruska 74 Bundesliga-Partien für den BVB absolviert und dabei zwei Tore erzielt. In der deutschen U21-Nationalmannschaft kam er bislang sechs Mal (ein Tor) zum Einsatz.

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