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Olschewski muss nicht zahlen

HABINGHORST Es bleibt dabei: Fußballer Marc Olschewski vom Landesliga-Aufsteiger VfB Habinghorst muss für ein grobes Foul, bei dem er im März 2006 Sören Knuschke vom BV Langendreer 07 (Bezirksliga) am Knie schwer verletzt hatte, mit einer Roten Karte und vier Spielen Sperre büßen.

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Olschewski muss nicht zahlen

Marc Olschewski (links) vom Landesligisten VfB Habinghorst im Kampf um den Ball.

Nur eben damit, denn neben Platzverweis und Zwangspause lehnte jetzt das Amtsgericht Bochum die Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz ab. Der Spieler hatte gegen den Europastädter geklagt, unter anderem auf ein Schmerzensgeld von mindestens 2500 Euro. Das war erfolglos, wie Amtsrichterin Weber in ihrem Urteilsspruch feststellte: "Eine schuldhafte Körperverletzung hat der Beklagte nicht begangen."

Olschewski habe zwar einen "objektiven Regelverstoß" nach den Regeln des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) begangen, führte die Amtsrichterin im Urteil aus, ein Verschulden sei aber in diesem Fall nicht nachgewiesen. "Grundsätzlich ist eine Haftung für Verletzungen beim Fußballsport im Falle eines schuldhaften Regelverstoßes gegeben", heißt es in der Begründung, "aber erst wenn die Grenzen zur unzulässigen Unfairness überschritten sind, kommt eine Haftung für Verletzungen in Betracht."

Böse am Bein erwischt

Während der Begegnung zwischen Langendreer und Habinghorst (0:0), am 17. Spieltag der Bezirksliga-Saison 2005/06, hatte Olschewski den damals 19-jährigen Knuschke böse am Bein erwischt. Mitte der ersten Halbzeit verlor der VfB-Kicker den Ball im gegnerischen Strafraum. Um das Leder zurückzuerobern, drehte er sich blitzschnell um und setzte auf dem morastigen Untergrund zu einer letztlich missratenen Grätsche an. Olschewski kam nicht an den Ball, traf aber Knuschke.

Der Fußballer aus Langendreer, der damals noch Schüler war und sich in der Saison gerade einen Stammplatz im BV 07-Mittelfeld gesichert hatte, wurde bei dem Foul an Innen- und Kreuzband sowie am Meniskus schwer verletzt. Knuschke spielt inzwischen wieder in der Bezirksliga-Mannschaft.

Über den genauen Hergang am Tag des Olschewski-Fouls waren sich die insgesamt 13 Zeugen aus den beiden (Vereins-)Lagern höchst uneinig. "Man hatte fast den Eindruck, es sei von unterschiedlichen Fußballspielen die Rede gewesen", sagte Olschewskis Rechtsanwalt Dirk Helwing.

Zweite Verhandlung

Den Ausschlag gab letztlich, in einer zweiten Verhandlung Ende Juli, die Aussage des Schiedsrichter-Beobachters Theo Mennecke, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis Bochum. Der gab zu Protokoll, Olschewski hätte zwar ein grobes Foul begangen, er habe aber keine vorsätzliche Körperverletzung durch den Habinghorster erkannt. Der Schiedsrichter der Partie, Veit Demmig (Hamm), hatte seinerzeit in seinem Spielbericht vermerkt, der Angriff Olschewskis habe "im Kampf um den Ball" stattgefunden. Er betonte beim ersten Termin vor dem Amtsgericht Bochum, dass sich Olschewskis Foul "im Rahmen des üblichen Spiels abspielte" und der Ball noch in Reichweite gewesen sei.

Zunächst hatte die Amtsrichterin Weber einen Vergleich vorgeschlagen, bei dem Olschewski ein Schmerzensgeld in Höhe von 800 Euro zahlen sollte. Dem habe man aber nicht zugestimmt, betonte Rechtsanwalt Helwing, weil man dann mögliche künftige Regressforderungen, etwa von Knuschkes Krankenversicherung, fürchten musste.

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