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Radunfall heute vor Gericht

CASTROP-RAUXEL "Verletzung der Verkehrssicherungspflicht", sagt die eine Seite. "Es fehlte an der gebotenen Vorsicht und Aufmerksamkeit", entgegnet die andere Seite.

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Radunfall heute vor Gericht

Erst nach dem Unfall wurde der Laternenpfahl mit einer rot-weißen Bake kenntlich gemacht.

Heute treffen am Landgericht Dortmund beide Parteien aufeinander. Der junge Mann, der mit dem Rad gegen eine Laterne an der Bahnhofstraße geknallt ist und die Stadt. 16 Jahre war Dennis, als er am 17. Mai des vergangenen Jahres mit seinem Fahrrad hinter dem Hauptbahnhof auf dem kombinierten Rad-/Gehweg unterwegs ist. Wo ein paar Meter nach der Brücke ein Laternenpfahl unmittelbar auf der Grenze zwischen Gehweg und Radweg steht.

Erhebliche Verletzungen

Für einen Augenblick guckt der 16-Jährige auf sein Kettenblatt - und kann die Kollision nicht mehr vermeiden. Er schlägt mit dem Kopf gegen den Pfahl und zieht sich erhebliche Verletzungen zu, darunter eine Fraktur im Bereich der Stirnhöhlen, die nach der Erstversorgung im Klinikum Essen einen OP und einen elftägigen Aufenthalt im Klinikum Dortmund nötig machten.

Bleibende Schäden

"Als bleibender Schaden", berichtet Dennis' Anwalt Dr. Dirk Helwing, hat sich eine Taubheit der Kopfhaut entwickelt." Helwing untermauert seine Sichtweise des Verstoßes gegen die Verkehrssicherungspflicht u.a. damit, dass es keine Notwendigkeit für die Stadt gegeben habe, ein solch gefährliches Hindernis ausgerechnet an dieser Stelle zu positionieren. Außerdem habe sie das Hindernis nicht ordnungsgemäß kenntlich gemacht. Dies wohl aber nach dem Unfall nachgeholt, als eine Bake am Pfahl angebracht wurde. Die von der Stadt beauftragte Anwaltskanzlei hat dagegen argumentiert, dass jeder Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen wie Pollern, Schildern und Laternen in öffentlichen Verkehrsflächen rechnen und sich in seiner Fahrweise darauf einstellen müsse. "Der Sturz konnte nur passieren, weil er zumindest im Bereich des Laternenmastes auf den Gehweg geraten ist", sagt die Kanzlei Thiele, Rother & Partner. Der Antrag des Klägers zielt neben einem Schmerzensgeld (nicht unter 4000 Euro) auch darauf ab, dass die Stadt verpflichtet wird, mögliche weitere Unfallschäden zu ersetzen.

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