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Rettungseinsätze: "Was das alles kostet!"

CASTROP-RAUXEL Samstagabend kurz vor 19 Uhr: Am Bürgersteig der Recklinghauser Straße unweit der Heimstraße in Ickern ist ein alter Mann mit seinem Rollator gestürzt, liegt scheinbar hilflos auf dem Boden und blutet heftig aus der Nase. Mit dem dank aufmerksamer Autofahrer ruckzuck eingetroffenen Rettungswagen will er aber partout nicht mit. "Was das alles kostet", winkt der 78-Jährige ab. Wir sprachen darüber mit Feuerwehrchef Jürgen Schmidt .

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Feuerwehrchef Jürgen Schmidt.

Rettungswagen und Noteinsatzfahrzeug bei einem Notfall im vergangenen Jahr. Goldhahn

Was kostet denn der Einsatz des Rettungsfahrzeugs?

Schmidt: Dafür werden 255 Euro Gebühren berechnet, für den Notarzteinsatz 284 Euro. Das ist aber eigentlich kein Problem, denn das wird mit der Krankenkasse des Patienten abgerechnet.

Was könnte den Mann sonst bewogen haben, nicht mitzufahren?

Schmidt: Vielleicht aufgrund seines Alters und seiner Lebenserfahrung eine gewisse Form der Sparsamkeit, möglicherweise bekommt er auch Hilfe zum Lebensunterhalt, dann wird das aber über die Stadt abgerechnet. Vielleicht war er auch gar nicht versichert. Die Vorschrift, dass die Kassen jemanden versichern müssen, ist ja relativ frisch.

 

Was wäre denn der normale Hergang gewesen?

Schmidt: Der Mann wäre vorsichtshalber der Notaufnahme zum Röntgen übergeben worden.

Dürfen Rettungssanitäter Menschen auch gegen ihren Willen mitnehmen?

Schmidt: Nein, ihnen sind die Hände gebunden, wenn der Patient Herr seine Sinne ist und nicht unter Betreuung steht. Bei lebensbedrohlichem Zustand wird sich aber keiner wehren.

Wer entscheidet, ob der Notarzt mit raus fährt?

Schmidt: Das wird nach einem Notfallkatalog entschieden. Kriterium ist eine bestimmte Punktzahl, zum Beispiel geht es darum, ob der Mensch ansprechbar ist. Im Zweifelsfall ist es sicher richtig, das so genannte höherwertige Rettungsmittel einzusetzen.

Wieviele Einsätze gibt es im Jahr etwa?

Schmidt: 2006 waren es 2015 Notarzteinsätze und rund 5000 RTW-Einsätze, die Tendenz geht eher leicht nach unten.

Wieviel Leute sind pro Tag im Rettungsdienst im Einsatz?

Schmidt: Drei Rettungswagen mit jeweils zwei Leuten plus Notarzt und Assistent, macht also acht.

 

Der Ickerner begab sich Freitagabend schließlich auf den Heimweg. Und zwar in Begleitung seiner Frau, die von Passanten alarmiert worden war.

 

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Feuerwehrchef Jürgen Schmidt.

Rettungswagen und Noteinsatzfahrzeug bei einem Notfall im vergangenen Jahr. Goldhahn

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