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Deponie Brandheide

Sanierung ist nun auch offiziell angelaufen

Frohlinde Von Politikern und erst recht von Anwohnern sehnlichst erwartet, begannen am Samstag offiziell die Arbeiten zur Sanierung an der ehemaligen Brandheide-Deponie. Die Anwohner-Sorgen um zu viel LKW-Verkehr haben sich gelegt.

Sanierung ist nun auch offiziell angelaufen

Bürgermeister Rajko Kravanja (2.v.l.), Architektin Anita Lerho aus dem Ministerium für Klima und Umweltschutz des Landes, Dr. Roland Arnz als Geschäftsführer des AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, 2. v.r ) sowie Thorsten Werth-von Kampen (l.) und Michael Werner (r.) vom EUV beim ersten Spatenstich an der Brandheide. Foto: Volker Engel

Der erste Spatenstich hatte natürlich nur symbolischen Charakter. Als sichtbaren Beginn der Bauarbeiten nahmen Bürgermeister Rajko Kravanja, Architektin Anita Lerho aus dem Ministerium für Klima und Umweltschutz des Landes, Dr. Roland Arnz als Geschäftsführer des AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) sowie Michael Werner und Thorsten Werth-von Kampen vom EUV jeweils einen Spaten in die Hand. Mit einer Schaufel Sand besiegelten sie den lang ersehnten Start der längst fälligen Baumaßnahme.

Sanierung hat sich lange verzögert

Sichtlich erleichtert, dass es endlich losgeht, gab Werth-von Kampen zu, dass er sich in der Vergangenheit wie ein Ankündigungsweltmeister gefühlt habe. Schon seit 20 Jahren stehe fest, dass das Gebiet der alten Deponie zwischen Frohlinde und Merklinde saniert werden muss. „Immer, wenn wir kurz davor waren, kam irgendetwas dazwischen“, erklärte er und erinnerte sich daran, wie es vor ungefähr vier Jahren hieß: „Wir haben grünes Licht!“ Dann durchkreuzte aber die Griechenlandkrise die Baupläne und die EU-Gelder flossen bekanntlich woanders hin.

Frohlinde Es hat lange Jahre des Anlaufs, der Planung und der Genehmigung gebraucht – jetzt steht ein Datum fest, an dem die Sanierung der alten Deponie Brandheide beginnt. Am 29. Januar soll es losgehen, die Dauer der Sanierung ist allerdings noch nicht ganz klar. Es gibt unterschiedliche Aussagen.mehr...

Aber nun: Schon Mitte Januar rollten die ersten Bagger an, um eine Baustellenzufahrt zu errichten. Auch der Boden für die Geländemodellierung wurde bereits angeliefert. Dort, wo seit den 60er-Jahren mangels Vorschriften zum Abfallrecht Hausmüll, Bauschutt und teerbehaftete Abfälle hemmungslos und ohne Rücksicht auf die Umwelt abgekippt wurden, soll nun in 20 Monaten Nettobauzeit ein 16,4 Hektar großes Naherholungsgebiet entstehen.

Bis 2020 soll eine Trennung und Abkopplung des Sickerwassers vom Grundwasser erfolgt sein. Vier bis acht Meter tiefe Spundwände, in einer Gesamtlänge von 800 Metern, sollen dafür sorgen. Der Bau von Tiefendrainagen und Regenrückhaltebecken, Arbeiten am Mühlenteich und die Optimierung des Pflanzenbestandes sollen dem Gewässer- und Hochwasserschutz dienen. Am wichtigsten sei der Gewässerschutz, erklärte Werth-von Kampen den rund 50 Anwesenden.

Sanierung ist nun auch offiziell angelaufen

Christel und Klaus Hagenkötter sind Brandheide-Anlieger und hatten Sorge wegen des LKW-Verkehrs.engel Foto: Volker Engel

Und was sagen die Anwohner zu den Baumaßnahmen? Christel und Klaus Hagenkötter wohnen seit 1984 an der Brandheide. „Es läuft besser, als wir alle angenommen haben“, sagt Klaus Hagenkötter. „Lange, bevor es losgehen sollte, haben uns Bekannte empfohlen, unser Haus lieber gleich zu verkaufen“, erzählt er. „Jetzt merken wir von der Baustelle ja gar nichts“, merkt Ehefrau Christel an. Das hätten sie aber der Vorarbeit ihres Mannes zu verdanken.

„30-Tonner sollten an unserem Haus vorbeifahren. Und zwar 25 Stück am Tag. Das wären 50 Fahrten und Lärm und Dreck direkt vor der Haustür. Und das zwei Jahre lang. Da habe ich vorgeschlagen, die Baustellenzufahrt von der Merklinder Straße aus zu bauen. Wir haben Unterschriften gesammelt und sie der Stadtverwaltung und dem Kreis Recklinghausen vorgelegt“, erzählt Hagenkötter. Auch mit Werth-von Kampen habe er öfter gesprochen. „Und jetzt haben sie tatsächlich auf uns gehört. Eine richtige Straße haben sie kurz hinter dem Palmenmann gebaut. Eine gute Lösung“, lobt der Anwohner.

Akzeptanz bei den Anwohnern ist wichtig

Die Akzeptanz bei den Anwohnern sei allen Beteiligten auch sehr wichtig, betonte Kravanja. Schließlich soll das Projekt von allen zusammen getragen werden. „Es wird wirklich Zeit“, sagte Kravanja. Denn man müsse der Vorsorgepflicht für sauberes Grundwasser nachkommen.

Die Kosten

  • Die Sanierung der Altdeponie zwischen Frohlinde und Merklinde Baustelle hat der Kalkulation nach ein Finanzvolumen von rund 7 Millionen Euro.
  • Die Sanierung wird zu 80 Prozent vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung und zu 20 Prozent von der Stadt finanziert.

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