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Anzeige wegen Körperverletzung

Schwester setzte sich im Rochus auf frisch operierte Patientinnen-Hand

Castrop-Rauxel Rita Flachmann war Patientin im St.-Rochus-Hospital. Kurz vor ihrer Entlassung passierte ein unglaublicher Vorfall. Der Schwester wurde gekündigt, Rita Flachmann hat trotzdem Anzeige erstattet.

Schwester setzte sich im Rochus auf frisch operierte Patientinnen-Hand

Am St.-Rochus-Hospital hat sich eine Krankenschwester auf die frisch operierte Hand einer Patientin gesetzt. Foto: Foto Thomas Schroeter

Rita Flachmann ist im Januar aus Dortmund-Huckarde ins St.-Rochus-Hospital gekommen, um sich dort an der Hand operieren zu lassen. Was sie am Tag ihrer Entlassung, dem 6. Januar, erlebt hat, hat dazu geführt, dass sie Anzeige wegen Körperverletzung erstattete.

Am 4. Januar wurde Rita Flachmann an der rechten Hand operiert. Zeige- und Mittelfinger wurden versteift. Die OP war gut gelaufen, Rita Flachmann wartete zwei Tage später auf der Station 3b auf die Visite, um über ihre Entlassung zu sprechen. Dazu wurden ihr schon Verband und Schiene abgenommen. „Um kurz nach 7 Uhr morgens kam der Arzt. Er sagte, dass alles gut aussieht und ich nach Hause kann“, sagt Rita Flachmann im Gespräch mit unserer Zeitung. „Und es sah auch wirklich gut aus. Ich habe es ja gesehen.“

Schwester setzt sich auf die Hand

Kurz darauf geschah das, was Rita Flachmann gut zwei Monate später immer noch fassungslos macht. Eine Krankenschwester kam ins Zimmer. „Ohne ersichtliche Aufgabe“, sagt Flachmann. Ihren Schilderungen zufolge ging die Schwester zunächst in die Mitte des Zimmers. Rita Flachmann sprach sie an: „Sie sehen aber krank aus. Sie gehören doch ins Bett.“ „Sagen Sie das mal meinem Chef“, soll die Schwester darauf geantwortet haben.

Rita Flachmann saß seitlich auf dem Bett, die operierte Hand ausgestreckt, ohne Verband, aber desinfiziert und abgedeckt. Und dann das: Die Krankenschwester setzte sich neben Rita Flachmann, direkt auf deren operierte Hand. „Es tat total weh. Das habe ich auch sofort gesagt. Aber die Schwester hat darauf gar nicht reagiert.“ Rita Flachmann wiederholte es – die Krankenschwester stand auf und ging aus dem Zimmer. Als Rita Flachmann auf ihre Hand guckte, sah sie Blut. „Das Blut war auch schon aufs Laken getropft“, sagt Rita Flachmann. Die Hand sei wieder stark angeschwollen gewesen.

„Vorfall ist sehr bedauerlich“

Im St.-Rochus-Hospital ist der Vorfall bekannt. „Dass so etwas passiert, ist wirklich bedauerlich. Wir haben auch unsere Konsequenzen daraus gezogen“, sagt Clemens Galuschka, Geschäftsführer der Katholischen St.-Lukas-Gesellschaft, zu der auch das Rochus-Hospital in Castrop gehört. Konsequenzen heißt in dem Fall, dass der Krankenschwester während der Probezeit gekündigt wurde. „Es gehört zu einer sorgfältigen Arbeit, sich so nicht zu verhalten“, sagt Galuschka. „Ich sehe da aber kein Organisationsverschulden.“

Rita Flachmann will auch bemerkt haben, dass die Schwester nach Alkohol gerochen hat. Galuschka kann das nicht bestätigen. „Wir haben keinen Alkoholtest gemacht. Wir haben gefragt, ob das auch anderen aufgefallen ist, aber das war nicht so.“ Wie es jetzt weitergeht, müsse man abwarten. „Das muss jetzt juristisch seinen Lauf gehen“, sagt er.

Ermittlungen laufen

Die Polizei Dortmund bestätigt, dass Rita Flachmann Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hat. „Die Ermittlungen übernehmen jetzt die Kollegen in Castrop-Rauxel“, so ein Polizeisprecher. Denn das gehe nach dem Tatortprinzip – und der ist in Castrop-Rauxel.

Rita Flachmann durfte nach dem Vorfall das Krankenhaus trotzdem verlassen. Die Wund-Nachversorgung ließ sie übrigens ambulant weiter im St. Rochus erledigen.

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