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"Traditionelles Wettkampfsystem am Leben erhalten"

Der DFB beschließt auf seinem Bundestag am Donnerstag und Freitag (25./26. Oktober) über einen Antrag, nach dem es möglich werden könnte, die Mannschaftsstärke in unteren Amateurklassen auf bis zu sieben Spieler je Mannschaft zu reduzieren. Vor dem Bundestag in Mainz hatte RN-Volontär <i>Arne Niehörster</i> Gelegenheit, mit DFB-Chef Dr. Theo Zwanziger über den Antrag zu sprechen.

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"Traditionelles Wettkampfsystem am Leben erhalten"

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, im RN-Interview: „Es geht nicht um Anordnungen, sondern um Hilfe für flexible Systeme.“

Woraus resultieren die Gründe, eine solche Maßnahme im DFB-Bundestag zu beantragen? Wie kam man auf die Idee?Dr. Theo Zwanziger: Die gesellschaftliche und demografische Wandlung wird auch am Fußball nicht spurlos vorübergehen. Eine veränderte Schul- und Arbeitswelt, eine Vielzahl von konkurrierenden Freizeitmöglichkeiten, weniger Menschen im typischen Fußballalter sind einige der Gegebenheiten, die sich auf die Vereinsstrukturen und den Spielbetrieb auswirken werden. Deshalb streben wir Lösungen an, die uns den Erhalt von Mannschaften ermöglichen. Ziel der Fußballverbände war es immer und wird es immer bleiben, unser traditionelles Wettkampfsystem am Leben zu erhalten.

Und was sollen die neuen Regelungen im Detail bringen? Wo liegen die Vorteile?Zwanziger: Zum Beispiel können nicht überall Vereine, die noch eine eigenständige Jugendarbeit betreiben möchten, komplette Mannschaften stellen. Ihnen soll die Chance geboten werden, mit verkleinerten Teams am Wettspielbetrieb teilzunehmen.

Jugendspielgemeinschaften können somit vermieden werden, die Identifikation mit dem Verein erhöht sich, große Fahrstrecken werden im Gegensatz zu den Jugendspielgemeinschaften vermieden und in einer Staffel sind mehr Mannschaften möglich.

"Es geht nicht um Anordnungen, sondern um Hilfe für flexible Systeme"

Warum geben Sie - bei Antragsannahme - die Regelung in die Hände der einzelnen Mitgliedsverbände und treffen nicht eine bundesweite Entscheidung?Zwanziger: Oft sind die Strukturen und die demografischen Entwicklungen schon in einem einzigen Landesverband so unterschiedlich, dass innerhalb eines Verbandsgebietes flexibel reagiert werden muss.

Während in einigen Ballungsgebieten das Bevölkerungsniveau in etwa gehalten wird, erleben andere Regionen einen Rückgang von bis zu 60 Prozent. Die Bezirke und Kreise selbst werden die Situation vor Ort einschätzen müssen. Sie sollten über die besten Antworten entscheiden. Dort, wo Vereine handeln müssen, sind die Verbände gefordert, als Berater für die Vereine zur Verfügung zu stehen.

Es geht nicht um Anordnungen, sondern um Hilfe für flexible Systeme in einer Zeit, in der es in einigen Jahren immer weniger Menschen in Deutschland geben wird.

Wie, glauben Sie, werden die im Antrag angesprochenen Neu-Regelungen auf dem DFB-Bundestag ankommen? Sehen das die Delegierten auch so und wird dem Antrag zugestimmt?Zwanziger: Sie werden verstehen, dass ich Abstimmungsergebnisse nicht vorwegnehmen geschweige denn vorhersehen kann. Ich denke aber, die meisten Mitstreiter in unseren Kreisen und Verbänden erkennen die Notwendigkeit und betrachten es als eine unserer elementaren Aufgaben, sich mit der zukünftigen Entwicklung des Fußballs vor dem Hintergrund der aktuellen demografischen Daten zu befassen. Ihnen müssen wir vorausschauend begegnen und dürfen nicht erst ihre negativen Auswirkungen abwarten.

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