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Untergangsstimmung

CASTROP-RAUXEL/KALIFORNIEN Obwohl das Feuer um Oxnard, die Stadt, in der Gaby Dochick lebt, einen Bogen macht, gibt es überall Anzeichen für das Flammeninferno, das ringsherum tobt.

Untergangsstimmung

Mehr als eine Million Menschen mussten im Süden Kaliforniens bereits aus ihren Häusern evakuiert werden, da es an rund 20 Stellen gleichzeitig brennt.

"Unser Pool ist ganz schwarz. Der starke Wind weht die Asche aus allen Richtungen zu uns herüber“, verdeutlichte die gebürtige Castrop-Rauxelerin, die ihre Heimatstadt zuletzt im August/September besucht hat.„Komisches Grün“ Nicht nur die Asche, auch die starke Rauchentwicklung bekommen Gaby Dochick und ihr Mann Greg zu spüren. Am Sonntag waren sie zu einem Frühstück eingeladen. Als sie gegen 14 Uhr zurückkehrten, bot sich ihnen ein besorgniserregendes Szenario. „Draußen herrschte so etwas wie Untergangs- oder Endzeitstimmung. Die Sonne war feuerrot, alles war dunkel vor Rauch und die wenigen Pflanzen im Garten hatten ein ganz komisches Grün“, erinnert sich die 63-Jährige. Ihr Mann habe alles fotografiert. Im Haus sei es sogar so dunkel gewesen, dass sie das Licht einschalten mussten. Weder Freunde noch Bekannte hätten bisher vor dem Feuer fliehen müssen. „Wir haben wirklich Glück gehabt“, hört man ihr die Erleichterung am Telefon an. Ihrer Tochter sei einmal auf der Autobahn nicht weitergekommen, weil diese wegen der Brände gesperrt war. „Da musste sie dann wieder zurückkommen“, erzählt die vierfache Mutter. Trotz der erleichternd „guten“ Nachrichten verfolgt Gaby Dochicks Mutter die Situation angespannt. „Wenn ich die Bilder im Fernsehen sehe, geht es mir durch und durch“, fasst die 84-Jährige ihre Gefühle zusammen. Sie selbst war schon oft bei der Tochter zu Besuch, kennt die Probleme vor Ort. „Es ist einfach viel zu trocken und es regnet so gut wie nie“, weiß Elisabeth Saleta. Den einzigen Dauerregen, den sie in Kalifornien erlebt hat, wird sie nie vergessen. „Das war 1988. Da lebte mein Mann noch und wir waren zur Renovierung drüben“, erzählt die rüstige Dame. Mit Hündin Sheila will sie Mitte November wieder nach Oxnard fliegen und bis Februar bleiben: „Der Flug ist schon gebucht – mein 20. übrigens seitdem Gaby in den USA lebt.“ Dass ihr Aufenthalt in Amerika nicht nur reiner Urlaub wird, weiß die 84-Jährige jetzt schon: „Es dauert sicher eine Weile, bis die ganze Asche gründlich weggeputzt ist."

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