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Vier Stunden Theaterspektakel mit wechselnden Spielorten

Odysseus kam nach Ickern Nord

Der Weg dorthin hat fast ein ganzes Jahr gedauert. Am Samstag kam das Theaterspektakulum mit nicht weniger als 170 Mitwirkenden zur Aufführung. Am Wegesrand warteten einige Überraschungen.

Ickern

17.06.2018
Vier Stunden Theaterspektakel mit wechselnden Spielorten

Den großen Abschluss des Theaterspektakels „Odysseus kam nach Ickern Nord“ gab es in der Agora. Vier Stunden waren die Zuschauer da schon im Stadtteil unterwegs. fotos Engel © Volker Engel

Dazu versammelten sich Akteure und Zuschauer – wie passend – in der griechischen Spielstätte Agora. Der König der Insel Ithaka wurde in einer fast vier Stunden dauernden Jagd von seiner Ehefrau Penelope verfolgt. Die Irrfahrt führte auf verschiedenen Stationen durch das Wohngebiet von Ickern Nord.

Mit dabei 200 Zuschauer, die zuvor mit einem handlichen Klapphockern ausgestattet wurden. Das wohl größte Bürgerbeteiligungsprojekt begann direkt vor den Toren des Kulturzentrums im Palast des Odysseus, am Kärling. Begleitet von leichtem Donnergrollen, das eindeutig nicht von der Bühnentechnik des WLT stammte, machte sich Penelope mit ihren Schwestern auf die Suche des verschollenen Vaters ihrer Söhne.

Die schöne Nymphe und ihr Gefolge

Begleitet von Hermes dem Götterboten (Laurine Protmann) zog die Karawane weiter zur nächsten Straßenecke. Im Vorgarten an der Zechenstraße erwartete die Zuschauer eine launige Tanzeinlage der schönen Nymphe und ihrem Gefolge. Auf der Insel der Kalypso hatte Odysseus es sich zusammen mit fünf schönen Jünglingen in Ikea-Klappliegestühlen bequem gemacht.

Nicht nur die zwölf Stationen, wo Zuschauer auf die Insel moderner Menschenfresser, die mit Flüchtlingen ihre schäbigen Geschäfte machten oder in der Kleingartenanlage Ickern Ost auf eine rosa Bühne mit rosa Protagonisten trafen, waren ideenreich ausgestattet. Auch der Weg zwischen den Spielstätten bot einige Überraschungen.

Rettungsboote stehen bereut

So waren mitten auf der Straße speisende Schönheiten, gerade der griechischen Mythologie entsprungen, auszumachen. Mit Straßenkreide aufgemalte Rettungsbote, die jeweils nur zehn Zuschauer aufzunehmen vermochten, bildeten eine Wegesenge. Eine unnachahmliche Kulisse für die Unterwelt Hades bildete der stillgelegte Bunker hinter dem Agora-Gelände. Ihr entsprangen drei Bergleute, die das legendäre Steigerlied intonierten.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Odysseus kam bis Ickern Nord

17.06.2018
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Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Theater Odysseus kam nur bis Ickern-Nord in der Agora© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel
Theater Odysseus kam nur bis Ickern-Nord in der Agora© Volker Engel
Es begann in der Agora und es endete in der Agora: Das Theaterspektakel begeisterte vier Stunden lang das Publikum.© Volker Engel

Für Initiatorin Erika Römer war das Projekt Herausforderung und lang gehegter Traum zugleich. Der Theaterpädagogin ist die Adaption der Geschichte von Odysseus zur heutigen Lebenswelt migrierter Personen hervorragend gelungen. „Die Darsteller sind Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine Arbeit im Bergwerk gefunden haben, ebenso Vertriebene aus Schlesien und Flüchtlinge aus der neuen Zeit. Sie alle haben mit Fleiß und Ideenreichtum zum Erfolg des Theaterspektakels beigetragen.

Happy End mit großer Party

Am Ende wurde auf der Bühne des Amphitheaters alles gut. Nach einer Pause, wo sich die Gäste mit Gegrilltem, Kuchen und Getränken stärken konnten, gab es das große Happy End. Penelope fand ihren Göttergatten Odysseus wieder, der unter der Auflage das ganze Volk mitfeiern zu lassen (darum die Pause mit Genussfaktor), zu seiner Gattin zurückkehrte.

Obwohl das Datum des Spieltermins denkbar ungünstig lag – das Zuckerfest der muslimischen Mitspieler fiel genau auf diesen Termin – lief das Projekt ohne Ausfälle der Mitspieler. So war die Sorge von Nathalie Franitza unbegründet. Die Lehrerin des Berufskollegs hatte die Schüler ihrer Flüchtlingsklasse bei der vierstündigen Irrfahrt begleitet.

Regen erst nach dem letzten Akt

Am Ende des Spektakulums zeigte sich Erika Römer erleichtert. „Alles hat geklappt“, sagte sie. Sogar der Regen setzte erst nach Ende des letzten Akts ein. „Ich würde alles uneingeschränkt genauso wieder machen“, sagte Erika Römer. „Vielleicht schaffen wir es ja, ähnliche Projekte im Zweijahresrhythmus zu wiederholen“.

Dass dieses Projekt möglich gemacht werden konnte, liegt an der Förderung aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen, des Fonds Soziokultur und der Agora Bürgerstiftung. Kooperationspartner waren die VHS, das Westfälische Landestheater, Kolping und die Rebeq GmbH. Bürgermeister Rajko Kravanja übernahm die Schirmherrschaft.
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