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Volles Programm für Drahtesel

RAUXEL Schraubenzieher in verschiedenen Größen hat Roland Randermann zwischen sich und dem blauen Fahrrad fein säuberlich aufgereiht. Das Hinterrad fest im Griff, setzt er das Werkzeug an. Konzentriert wird in der Radstation am Hauptbahnhof gearbeitet. RN-Redakteurin Julia Grunschel hat den Mitarbeitern über die Schulter geschaut.

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Radinsepktion in der Radstation. Roland Randermann mag seinen Job.

Hubert Kremer reiht die abgegebenen Räder auf.

Standortleiter Stephan Schniederjan zeigt den Anhänger, den die Mitarbeiter gebaut haben.

Peinlich genau überprüft der 45-Jährige Randermann den in die Jahre gekommenen Drahtesel im Werkstatt-Bereich der Radstation. „Den hat eine ältere Frau heute Morgen gebracht...“, setzt er an. Die Worte „zur Inspektion“, die er noch hinterher schiebt, verschluckt ohrenbetäubender Lärm. Im Bahnhof ist ein Zug angekommen.

Roland Randermann scheint das zu überhören. Ihm ist die Geräuschkulisse vertraut. „Ich war schon einmal neun Monate hier. Jetzt bin ich wieder im zweiten Monat“, erzählt der 45-Jährige. 20 Jahre hat er als Bergmann gearbeitet, 1999 wurde er arbeitslos. „Seitdem habe ich verschiedene Maßnahmen und Lehrgänge besucht“, blickt er zurück. In der Radstation hat es ihm am besten gefallen. Fahrräder putzen, inspizieren und kleinere Schäden reparieren – das ist sein Ding.

30 Arbeitsplätze - 20 sind besetzt

Im Jahr 2005 arbeitet er zum ersten Mal in der von der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft im Kreis Recklinghausen (rebeq) betriebenen Radstation. Sechs Monate lang – wie jeder „Ein-Euro-Jobber“, der hier anfängt. „30 Plätze haben wir insgesamt, aber zurzeit nur 20 besetzt“, veranschaulicht rebeq-Standortleiter Stephan Schniederjan. Roland Randermann hatte damals Glück, bekam eine dreimonatige Verlängerung, die sonst selten gewährt wird. Jetzt ist er glücklich, nach einer längeren Pause wieder in der Radstation untergekommen zu sein. „Ich mag die Arbeit einfach“, unterstreicht er immer wieder.

Genau wie Hubert Kremer, der das blaue Fahrrad mit ihm bearbeitet und sich um die Vorderseite kümmert. Der 64-Jährige gehört schon fast zum Inventar. Schließlich arbeitet er seit zwei Jahren fünf Tage pro Woche in der Station. „Immer fünf Stunden“, sagt Kremer. Das ist die übliche Stundenzahl.

Neu am Empfang

Warum der Kraftfahrzeugmeister schon zwei Jahre lang da ist und noch ein Jahr vor der Brust hat, ist schnell erklärt. „Er ist einer von zwei Teilnehmern des auf drei Jahre angelegten Ü-58-Programms“, so Stephan Schniederjan. Das hat den Vorteil, dass Kremer den Werkstattbereich auch ein bisschen mit führen und Stationsleiter Michael Winitzki unter die Arme greifen kann. So macht der 64-Jährige, der vor dem Einsatz in der Radstation lange krank war, alles, was anfällt. „Nur im Kundenbereich, da bin ich nicht oft“, gibt er lächelnd zu.

Dafür hat er ja auch noch andere Kollegen und Kolleginnen. Marina Meike zum Beispiel, die seit Anfang der Woche am Empfang sitzt. „Nein, aufgeregt bin ich nicht“, erzählt die 45-Jährige, die Eigeninitiative gezeigt hat und sich selbst um den Job in der Radstation gekümmert hat. Damit beim nächsten Kunden alles richtig und schnell läuft, hat Marina Meike vorgesorgt: „Die Kundenkarte ist schon vorbereitet.“

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Radinsepktion in der Radstation. Roland Randermann mag seinen Job.

Hubert Kremer reiht die abgegebenen Räder auf.

Standortleiter Stephan Schniederjan zeigt den Anhänger, den die Mitarbeiter gebaut haben.

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