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Wenig Interesse am Tag der offenen Moschee

SCHWERIN Zwei Tage nach dem bundesweiten Tag der offenen Moschee (3.10.) öffneten am Freitag die beiden Castrop-Rauxeler DiTiB-Gemeinden in Ickern und auf Schwerin ihre Pforten. Es war eine Einladung, sich den Islam mit seinen Traditionen von den Fachleuten erklären zu lassen. Eine Einladung, die kaum angenommen wurde.

Wenig Interesse am Tag der offenen Moschee

<p>Kadir Kiziltepe ist zurzeit Vorbeter in der Mevlana Moschee auf Schwerin. Reichel</p>

„Wirklich schade, dass so wenige da sind“, sagt Ibrahim Arslan (Foto) von der Mevlana Moschee auf Schwerin. „Gerade jetzt, wo doch so viel über den geplanten Moscheeneubau geredet wird.“ Ibrahim Arslan ist sich der Vorbehalte einiger Bürger bewusst, auch wenn er sie nicht nachvollziehen kann. „Wir wollen die Stadt doch nicht islamisieren“, sagt er. Und auch vom Minarett werde nicht fünf Mal am Tag ein Muezzin zum Gebet rufen. Vielleicht freitags, so wie sonntags die Glocken läuten.Gesprächsbedarf ist da Den wenigen Gästen in der Mevlana Moschee erklärt Vorbeter Kadir Kiziltepe, was es heißt, Moslem zu sein. Was erlaubt ist und was verboten. Doch darüber gibt es auch im Islam unterschiedliche Meinungen. Da ist Ibrahim Arslan, der seine türkischen Mitmenschen gerne mal angriffslustig anspricht, wenn er sie beim Fastenbrechen am Tage erwischt. Und da ist mit Faik Moustafa, ein anderes Gemeindemitglied, der dann dem Ibrahim sagt, dass jeder sich selbst vor Gott verantworten muss und dass er sich da nicht einmischen solle. Beide zitieren den Koran als Rechtfertigung für ihr Handeln. Beide haben Recht? Oder Unrecht? Wie oft streiten Christen über die Auslegung der Bibel? Glaube ist eine sehr persönliche Sache. Wer den Glauben leben will, der braucht dafür auch ein Haus – eine Kirche oder eine Moschee. Bereits jetzt ist die Moschee auf Schwerin im Ramadan übervoll. Doch bis zu einem Neubau, so glaubt zumindest Ibrahim Arslan, wird noch reichlich Gesprächsbedarf bestehen. Gestern wäre die Chance dazu gewesen.

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