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Bolzplatz Alter Garten

Wie geht es nach der Unterschriftenaktion weiter?

Henrichenburg Die Unterschriftensammlung in Henrichenburg für den Erhalt des Bolzplatzes am angestammten Standort war sehr erfolgreich. Und wie geht es jetzt an der Grundschule Alter Garten weiter?

Wie geht es nach der Unterschriftenaktion weiter?

Jörg Schulze ist mit seiner Frau Pächter auf dem Hof Kloth, der mit einem Neubaugebiet am Alten Garten überplant werden soll. Foto: Foto: Schlehenkamp

Die Resonanz hat die Initiatoren selbst überrascht. Bei der Unterschriftenaktion gegen die Bebauung des Bolzplatzes an der Schule Alter Garten in Henrichenburg sind 1658 Unterschriften zusammengekommen. „Damit haben wir eigentlich gar nicht gerechnet“, sagt Tim Jansen, der mit dem ehemaligen SPD-Ratsherrn Walther Winkelmann federführend bei der Aktion war.

Bolzplatz-Streit Alter Garten geht weiter

„Man kann nur streiten, ob die Veränderung zumutbar ist“

Henrichenburg Walther Winkelmann ist eigentlich keiner, der Bolzplätze nutzt. Auch seiner Kinder nicht. Er ist höchstens als Opa mit der Streitsituation rund um die geplante Überbauung des Bolzplatzes in Henrichenburg betroffen. Warum engagiert er sich so stark? Jetzt gibt es sogar eine Unterschriftenaktion. Wir sprachen mit ihm.mehr...

„Es zeigt uns aber, dass wir den Nerv der Bürgerinnen und Bürger getroffen haben.“ Im Wesentlichen sei die Aktion auf die Schulgemeinde und einige Geschäfte in Henrichenburg beschränkt gewesen. Aber die Adressen hätten gezeigt, dass auch Bürger aus anderen Stadtteilen es nicht richtig finden, dass das Spiel- und Bolzplatzgelände Bestandteil der geplanten neuen Wohnbebauung werden soll. Wobei es an dieser Stelle nicht um den von SPD und CDU per Beschluss festgeschriebenen Ersatz für das Spielgelände vor der Schule geht.

Dialog mit Politik und Verwaltung

„Die Unterschriftenlisten wollen wir allen Ratsfraktionen per Mail zukommen lassen“, kündigte Jansen an. Man hoffe, noch mal in den Dialog mit der Politik und auch der Verwaltung zu kommen. Wie berichtet, ist die Änderung des Flächennutzungsplans, damit der Bolzplatz bebaut werden kann, beschlossen. Für Jörg Schulze, der in der maßgeblichen Bauausschusssitzung Ende Februar ebenfalls sein Wort erhob, einfach eine traurig stimmende Entwicklung.

Castrop-Rauxel Der Bauausschuss diskutierte am Donnerstag zwar heftig, aber sachlich über das Baugebiet Alter Garten. Uli Werkle (Grüne) enthält sich bei der Abstimmung über die Fläche für Wohnbau. Ein Anwohner spricht vom Schulz-Effekt. Im Nachgang zur Sitzung haben sich die Parteichefs der beiden großen Parteien jetzt noch mal grundlegende Gedanken gemacht. mehr...

Er ist seit 25 Jahren mit seiner Frau Pächter auf dem ehemaligen Hof Kloth, der ebenfalls den vorgesehenen 35 bis 40 Wohneinheiten weichen soll. Schulze und seine Frau haben vier Pferde auf dem Hof stehen, dessen Wohnhaus vor vielen Jahren abgebrannt ist.

„Meine Frau reitet Turniere“, erklärt der 49-Jährige. Sein Mietvertrag sei noch nicht gekündigt, in diesem Jahr solle wohl nichts mehr passieren, habe ihm der Eigentümer mitgeteilt. „Wir verbinden mit dem Gelände natürlich viele schöne Erinnerungen“, sagt Schulze. Es sei einfach das ideale Umfeld für Kinder und der Bolzplatz auch außerhalb der Schulzeiten immer rege besucht. „Natur pur“, meint Schulze. Mit Grasfröschen, Fledermäusen, Grünspechten, Schwalben, Füchsen – und mit Baum-Veteranen, die wohl ebenfalls dem Untergang geweiht sind. Wie es für die Schulzes weitergeht, wissen sie noch nicht. Vielleicht mit den Pferden in einer anderen Stadt, sagt Schulze, der an der Hagenstraße wohnt und selbst als Kind auf der riesigen Grünfläche gepöhlt hat.

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„Zu uns kommen auch regelmäßig die Kinder der Schule, wenn sie Projekte haben“, berichtet Schulze. Auf dem Hof ist noch Material geschichtet für das große Osterfeuer der Feuerwehr, das eine lange Tradition hat und vielleicht in diesem Jahr das letzte Mal auf der Grünfläche angezündet wird. „Hier geht einfach Erlebnisraum verloren“, sagt Schulze. Ob die Politik das Thema noch mal grundsätzlich auf die Agenda nimmt? Er zuckt mit den Schultern. Die Grünen jedenfalls haben nach dem Ende der Ampelkoalition angekündigt, weiterhin für eine sozial-ökologische Stadtentwicklung zu streiten.

„Schlechter Stil“

Zur Kritik des Stadtplaners Gerhard Joksch zur Inanspruchnahme des Bolzplatzes Freitagabend bei einer Infoveranstaltung der Grünen sagt der CDU-Bauexperte Oliver Lind: „Das ist schlechter Stil. Wir verbitten uns Kritik an der Bebauung ohne Kenntnis der Sachlage.“ Offenbar sei nicht bekannt, dass es einen Ersatz geben soll. Und was die 20 Hektar zusätzlicher Fläche für Wohnbebauung im Regionalplan angehe, sei dies im Vergleich zu wesentlich kleineren Kommunen mehr als gerechtfertigt. Man mache im Übrigen Stadtentwicklung für Bürger, nicht für Statistik.

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