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Woher kommt die Kopfwunde der 26-Jährigen?

Fortsetzung am Amtsgericht Castrop-Rauxel

Ein 48-Jähriger soll seine Freundin ins Haus gezerrt und dort stark am Kopf verletzt haben. DIe Frau kann sich wegen ihres Drogenkonsums an nichts erinnern. Das Amtsgericht hat jetzt ein Urteil im Prozess gefällt.

Castrop-Rauxel

von Gabi Regener

, 17.06.2018
Woher kommt die Kopfwunde der 26-Jährigen?

Der Prozess um den 48-Jährigen, der seine Freundin schwer misshandelt haben soll, ist am Freitag am Amtsgericht zu Ende gegangen. © Foto: Tobias Weckenbrock

Das Szenario im November 2017 ließ Schlimmes befürchten. Eine Mutter und ihr Sohn wurden zufällig Augenzeugen eines Vorfalls, der ihnen sehr bedrohlich schien. Danach soll ein Mann eine junge Frau gegen deren Willen und gewaltsam in ein Haus gebracht haben. Kurz darauf saß die im zweiten Stock im geöffneten Fenster und schrie: „Ich will hier raus“.Der Prozess wurde jetzt am Amtsgericht fortgesetzt.

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Die Zeugen informierten die Polizei, die Anzeige gegen den 48-Jährigen erstattete. Danach soll er seine 26-jährige Freundin geschubst und getreten und gegen ihren Willen ins Haus gezerrt haben. Dass die Angelegenheit letztendlich glimpflich ausging, hing auch mit dem Gutachten einer Fachärztin für Rechtsmedizin aus Dortmund zusammen, die die Fotos der Kopfverletzung der Freundin analysiert hat.

In der Leine verfagen

Der 48-Jährige hatte in der Hauptverhandlung vor drei Wochen ausgesagt, dass er seine Freundin, die extrem aufgeregt gewesen sein soll, schnell ins Haus bringen wollte, dabei habe man sich in der Leine des mitgeführten Hundes verfangen und sei auf die Treppe gestürzt. Daher rühre die tiefe Kopfplatzwunde der Freundin. Die Freundin soll aber den Sanitätern des Rettungswagens gegenüber von einem Tritt des Freundes gegen ihren Kopf gesprochen haben. An dessen Turnschuhen war jedoch kein Blut zu sehen.

Dass sich die Freundin in einer emotionalen Ausnahmesituation befand, ist unstrittig. Sie hatte zu jenem Zeitpunkt Drogen konsumiert und war seit 36 Stunden wach. Kann sich rückblickend nur bruchstückhaft erinnern. Deshalb war das rechtsmedizinische Gutachten umso bedeutsamer. „Eindeutig eine Gewalteinwirkung“, so die Medizinerin.

Keine weiteren Verletzungen

Eine tiefe, stark blutende Wunde, selbst der Schädelknochen sei zu sehen gewesen. Doch die Ursache, Tritt oder Sturz, sei nicht eindeutig zu rekonstruieren. Andere Verletzungen, wie Prellungen an Armen, Hüften oder Beinen, wie beim Sturz eigentlich zu erwarten, gab es nicht. Doch auch dafür eine Erklärung: Wenn jemand Drogen genommen hat, kann er umfallen wie ein Stein.

Verfahren eingestellt

Das bedeutete für die richterliche Entscheidung: In dubio pro reo – Im Zweifel für den Angeklagten. Der schwerwiegende Vorwurf des Tritts gegen den Kopf war damit vom Tisch. Blieb die Nötigung, das unfreiwillige Zerren ins Haus. Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft stellte der Richter das Verfahren ein. Auflage: Der 48-Jährige muss binnen eines halben Jahres 180 Sozialstunden ableisten.

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