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25 Jahre bester Beistand

Dorsten Vor dem Gespräch mit dem Arzt klopft das Herz. Welche Diagnose hält er bereit? Was bedeuten dauernde Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und die Aussetzer der vergangenen Wochen? Multiple Sklerose - MS-krank.

Multiple Sklerose - MS-krank. Ein Schock - was kommt danach? Guter Rat ist wichtig. Der Arzt nimmt sich Zeit, aber der Kopf schwirrt. Wohin mit all den Fragen zur Krankheit, dem Wunsch nach Wissen und Aufklärung? Seit 25 Jahren gibt es eine hilfreiche Anlaufstelle in Dorsten. Der MS-Kontaktkreis feiert am 18. August sein Jubiläum.

Engagiertes Ehrenamt

"Multiple Sklerose - das ist die Krankheit mit 1000 Gesichtern. Es kann alle Nerven betreffen." Liselotte Mische (Foto) weiß, wovon sie spricht. Sie hat 1982 den Kontaktkreis gegründet. "Ich kam dazu, wie die Jungfrau zum Kinde", blickt sie zurück. 1976 übernahm sie den evangelischen Frauenkreis in Altendorf-Ulfkotte. Hier gab es im Laufe der Zeit eine Frau, die aufgrund ihrer MS-Erkrankung nur noch eingeschränkt an den Aktivitäten teilnehmen konnte. "Ich machte mich auf die Suche. In Marl wurde gerade ein Kontaktkreis gegründet", setzte sich Mische für die MS-Kranke ein.

Im Seniorenstift Maria Lindenhof fand der Kontaktkreis von Beginn an eine Bleibe und der Bedarf war groß. Derzeit treffen sich 40 Betroffene an jedem ersten Dienstag im Monat. "Wichtig ist ein solcher Kontaktkreis, denn niemand kann besser etwas über die Krankheit vermitteln als ein Betroffener." Liselotte Mische setzt den Erfahrungsaustausch und das Zusammentreffen der Erkrankten an erste Stelle. "Meine Rolle sehe ich als Ansprechpartner. Ich koordiniere und organisiere, denn ein Betroffener hat größere körperliche Probleme."

Zugleich vermittelt sie Hilfe und ein offenes Ohr. "Ich führe gravierende Gespräche, die der Schweigepflicht unterliegen und über Stunden gehen können. Ich muss entscheiden, ob es brennt oder nicht. Zwei bis drei Mal habe ich alles stehen und liegen lassen, um zu handeln. Sonst ist meine Funktion unwichtig, wenn ich nicht im entscheidenden Moment da stehe, wo ich gebraucht werde", beschreibt Liselotte Mische ihr Selbstverständnis, zu dem es auch gehört, nachzuhören, wenn jemand beim Dienstagstreffen fehlt.

Doch jetzt gibt sie den Staffelstab an Dieter Wiesmann weiter. Zum 20-jährigen Bestehen hatte die engagierte Frau die Aufgabe des Ehrenamtes angekündigt. Mit Dieter Wiesmann baut sie ihren Nachfolger auf, der am 1. September die Leitung des Kontaktkreises übernimmt. "Ich höre auf und möchte andere Wege gehen, für die gab es bisher keine Zeit", sagt Mische, die mit der Ehrennadel in Gold des Landes- und des Bundesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ausgezeichnet wurde.

Neue Wege

Sie bleibt dem Kontaktkreis erhalten, wird weiter im Landesverband mitarbeiten, aber nicht mehr in der ersten Reihe stehen. Unter anderem möchte sie sich in Zukunft mit dem Internet vertraut machen. Dem Medium, in dem so viele Infos für MS-Kranke bereit gehalten werden.

www.dmsg-nrw.de

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