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29-Jähriger wird in die Psychiatrie eingeliefert

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Dorsten Es war eine weise Entscheidung des Amtsgerichts Dorsten, die Begutachtung eines 29-jährigen Angeklagten einzuleiten und damit das Verfahren an das Landgericht Essen zu verweisen.

Der Dorstener wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu anderthalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Der 29-Jährige hatte im Mai vergangenen Jahres Geschlechtsverkehr mit einem damals 13-jährigen Mädchen. Den Austausch von Zärtlichkeiten und auch den Geschlechtsverkehr wollten beide. Die Initiative soll sogar vom Mädchen ausgegangen sein, so sagte ihr bei der Tat anwesender Bruder bei der Polizei aus.

Dennoch hat sich der Angeklagte strafbar gemacht, denn das Alter des Mädchens lag unter der Jugendschutzgrenze. Das war ihm auch bewusst, gab er zu.

Doch die eigentlichen Probleme lagen ganz woanders. Denn schon in der Vergangenheit hatte es sexuelle Übergriffe an Kindern gegeben, auch an Kindern, die wesentlich jünger waren.

Im November 2005 hat ihn das Landgericht Bielefeld zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem der Angeklagte im Jahr zuvor drei Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren angefasst hatte.

Einsicht in das Unrecht seiner Taten hatte der Dorstener durchaus, aber steuern konnte er sein Handeln in den jeweiligen Situationen nicht. Der 29-Jährige besitzt eine verminderte Intelligenz, ist schon als Kind durch aggressives Verhalten aufgefallen. Früh wurde er aus der Familie mit der psychisch kranken Mutter und dem gewalttätigen Vater herausgenommen. Bei einer Pflegefamilie durfte er auch nicht lange bleiben und kam ins Kinderheim. Dort, so sagte er aus, sei er selbst sexuell missbraucht worden.

Stationäre Therapie

Ob der Angeklagte im Kern pädophil ausgerichtet ist oder ob die Kinder Ersatz für fehlende Kontakte mit Gleichaltrigen waren, konnten die Gutachter noch nicht genau sagen. "Das wird sich in der Behandlung zeigen", meinte Psychiater Dieter Oswald.

Bei ihm möchte der Angeklagte gerne die stationäre Therapie machen. "Ich habe oft überlegt, aber nicht rausgefunden, warum ich das mache", meinte der Angeklagte ratlos. "Vielleicht hilft mir die Therapie ja dabei."

Martina Ricken

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