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Akzente gesetzt

Schermbec K Ein Abschied auf Raten. Bei jeder Gruppe, jeder Amtshandlung wusste Pfarrer Wolfgang Bornebusch: "Das mache ich jetzt zum letzten Mal".

Am Sonntag, 19. August wird der Seelsorger in einem Gottesdienst um 12 Uhr als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck verabschiedet.

Als 29-jähriger begann Pfarrer Bornebusch am 8. Juni 1975 seinen Dienst in der Gemeinde Schermbeck. "Mit den Jahren hat die Verantwortung der Gemeinde als Arbeitgeber (Kindergarten, Jugendmitarbeiter) zugenommen", sagt er rückblickend. Ebenfalls ist seine Gemeinde seitdem ungefähr um ein Drittel auf 3100 Gemeindeglieder gewachsen, leider erschwert das für ihn den persönlichen Kontakt: "Das ist ein Grund, warum ich mich für den Gemeindebrief eingesetzt habe, damit kann die Gemeinde alle Menschen erreichen."

Gerade diese Vertrautheit mit vielen in der Gemeinde wird ihm demnächst fehlen. Gerne hat er Menschen durch ihr Leben begleitet, sie getauft, konfirmiert und verheiratet.

Obwohl Bornebusch seit Januar mitten in Schermbeck umgezogen ist, will er sich bewusst ein Jahr komplett aus der Gemeindearbeit zurückziehen, um seinem Nachfolger einen eigenen Start zu ermöglichen. Die Kirchenkonzerte will Bornebusch allerdings weiterhin planen.

Vielleicht kommt er nun im passiven Teil der Altersteilzeit, die bereits am 1. August begann, häufiger dazu, seine Querflöte auszupacken, Reisen mit der Ehefrau sind geplant. Doch er "muss sich in die neue Freizeit erstmal einfinden".

"Akzente setzen" war Bornebusch wichtig. Im Kirchenkreis betätigte er sich unter anderem 12 Jahre als Assessor, war bis 2005 Mitglied der Landessynode. Er engagierte sich für die Partnerschaftsarbeit in Las Torres auf Caracas, im brandenburgischen Lohm oder in Sesfontein. Das Studium der Geschichte, des Alten Testamentes und gerade auch das Verhältnis von Juden und Christen beschäftigt den Pfarrer immer wieder: "Das sind die Wurzeln unserer Kultur, unseres Christseins". In Schermbeck suchte er Spuren der jüdischen Familien Adelsheimer und Schönbach, in Amerika wurde er fündig.

Im Jugendheim

Bornebusch lag die Auslegung der Bibeltexte immer am Herzen, der leidenschaftliche Prediger hält am 19. August seine vorerst letzte Predigt. Dieter Schütte, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Wesel entpflichtet Bornbusch während des Gottesdienstes in der St. Georgskirche offiziell seiner Aufgaben. Das Presbyterium der Gemeinde lädt zu einem anschließenden Zusammensein in das Evangelische Jugendheim ein.

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