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Kreuzung Dorstener Straße/Marellenkämpe in der Diskussion

Anwohnerin plädiert für Kreisverkehr

Schermbeck Keine Aufzeichnungen gab es angeblich bei der Polizei von einem Unfall am 3. Mai an der Marellenkämpe. Andrea May hat den Gegenbeweis.

Anwohnerin plädiert für Kreisverkehr

Andrea May wohnt direkt an der Einmündung der Marellenkämpe in die Dorstener Straße. Da sie dort häufig Unfälle mitbekommt, plädiert sie wie die BfB dafür, den Radweg rot zu markieren und ein Stopp-Schild aufzustellen. Noch besser, aus ihrer Sicht, sei es aber, die ehemalige Bushaltestelle zum Radweg umzubauen.Fehmer Foto: Foto: Berthold Fehmer

Unsere Berichterstattung am Samstag (26. Mai) über den Antrag der BfB, die die Kreuzung Dorstener Straße/Marellenkämpe mit einer Markierung des Radwegs sowie einem Stopp-Schild sicherer machen zu wollen, hat Andrea May mit Interesse gelesen. Sie wohnt direkt an der Kreuzung und hat dort schon viele Unfälle beobachtet.

Stutzig wurde May bei der Passage, in der Polizeisprecher Timm Wandel gegenüber unserer Zeitung erklärte, dass es von einem von Klaus Roth (BfB) genannten Unfall am 3. Mai an der Kreuzung keine Aufzeichnungen im Computer-System der Polizei gebe. Denn May war Zeugin und sah, wie gegen 10.08 Uhr die Fahrerin eines Dodge Ram von der Marellenkämpe auf die Dorstener Straße fuhr und dabei mit dem Kia einer Frau zusammenstieß, die auf der Dorstener Straße in Richtung Dorsten unterwegs war. „Der Kia wurde auf die Gegenfahrbahn geschoben.“

May half, die Fahrerin des Kias in die Stabile Seitenlage zu bringen. Polizei, Feuerwehr, Rettungswagen und Notarzt seien erschienen. Die Polizei habe mit „mindestens zwei Autos“ die Straße zwei Stunden gesperrt, so May.

„Das ist mir unerklärlich“

Dass es davon angeblich keine Aufzeichnungen bei der Polizei gäbe, kann May mit einem Schreiben der Polizei Dinslaken widerlegen, in dem May zur Zeugenaussage aufgefordert wird. Auf unsere Nachfrage hin durchsuchte Timm Wandel am Mittwoch erneut das Computer-System und stieß dabei auf den Unfall. „Das ist mir unerklärlich.“ Wandel vermutet technisches Versagen: „Ich habe die Parameter genauso abgefragt. Ich kann mich nur vielmals entschuldigen.“

Letztlich geht es May darum, dass an der Kreuzung etwas passiert. Ihrer Beobachtung nach schauen die meisten Autofahrer, die von der Marellenkämpe nach rechts abbiegen, nur nach links und rechnen nicht mit Radfahrern, die mit hohem Tempo von der abschüssigen Straße aus Richtung Rüste kommen. Wer sich ein paar Minuten an die Kreuzung stellt, kann diese Beobachtung bestätigen.

Auf fünf bis sechs Unfälle pro Jahr schätzt May die tatsächliche Zahl – Wandel hatte am Freitag von sechs Unfällen in drei Jahren gesprochen. Erst im vergangenen Jahr habe es an einem Tag zwei Unfälle mit Elektro-Mobilen gegeben, sagt Andrea Mays Mann Frank. Diese seien nicht der Polizei gemeldet worden, ebenso, wie viele kleine Auffahrunfälle, die dadurch entstünden, dass Autofahrer beim Abbiegen in letzter Sekunde noch den Radfahrer sehen und scharf bremsen, so Andrea May.

Kreisverkehr

Einen Kreisverkehr würde sie am liebsten an der Stelle sehen. Die zweitbeste Lösung wäre ihrer Meinung, die ehemalige Bushaltestelle vor ihrem Haus zum Radweg umzubauen, um mehr Platz zwischen Auto- und Radfahrer zu bringen. Die BfB-Forderungen nach roter Markierung des Radwegs und einem Stopp-Schild unterstützt sie auch. „Ohne den Radfahrer zu überfahren, kann man nicht in die Kreuzung reinfahren“, kennzeichnet sie die jetzige Situation. Bislang sei sie aber mit allen Vorschlägen - unter anderem auch ein Spiegel - bei Gemeinde und Straßen.NRW gescheitert.

So berichteten wir am Samstag:

BfB wollen Kreuzung sicherer machen

Klaus Roth sieht Unfallschwerpunkt an der Dorstener Straße – die Polizei nicht.

Schermbeck. „Der Kreuzungsbereich Dorstener Straße/ Marellenkämpe wird allmählich zu einem Unfallschwerpunkt.“ So eröffnet Roth (Bürger für Bürger) seinen Antrag an die Gemeinde, den Radweg rot zu markieren und das Vorfahrt-gewähren-Schild gegen ein Stopp-Schild zu tauschen.

Roth: „Immer wieder ereignen sich dort Verkehrsunfälle. Auch Radfahrer, die aus Richtung Rüste kommen, sind oftmals davon betroffen. Sie werden zu spät von den in die Dorstener Straße abbiegenden Fahrzeugführern auf dem Radweg erkannt.“ Zwei Unfälle vom 3. und 7. Mai nennt Roth als Beleg, die von der Polizei nicht an die Medien gemeldet wurden.

Polizeisprecher Tim Wandel kann auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigen, dass am 7. Mai ein Dorstener Radfahrer dort leicht verletzt worden sei. Über den Unfall am 3. Mai gebe es keine Aufzeichnung bei der Polizei. Wandel: „Vielleicht haben sich die Unfallgegner selbst geeinigt.“ Die Polizei melde in der Regel nur Unfälle mit Schwerverletzten. Bei Unfällen mit Leichtverletzten oder Blechschäden komme es darauf an, ob Zeugen gesucht würden oder ein besonderes Interesse vorliege – wenn etwa Straßen länger gesperrt werden müssten.

Bereits im April 2014 habe er einen ähnlichen Antrag gestellt, so Roth. Marc Lindemann vom Ordnungsamt sagt, dass bei der Verkehrsschau im vergangenen Jahr der Bereich nicht untersucht worden sei, weil er nicht als Unfallschwerpunkt galt.

Sechs Verkehrsunfälle habe es an der Kreuzung zwischen dem 1. Mai 2015 und 30. April 2018 gegeben, so Wandel. Eine Person sei bei diesen Unfällen leicht verletzt worden. Diese Zahlen sprächen nicht für einen Unfallschwerpunkt. Roth hingegen teilt mit, dass ein Mitarbeiter der Wache Hünxe/Drevenack ihm gesagt habe, dass auch er die vorgeschlagenen Maßnahmen für sinnvoll halte.

Man werde mit Polizei und Straßenverkehrsamt sprechen, kündigte Irmgard Schwenk von der Verwaltung an. Wie auch immer letztlich die Beurteilung ausfällt – zuständig ist an dieser Stelle nicht die Gemeinde. Die Dorstener Straße ist eine Landesstraße (L 607) und deshalb, so Schwenk, „werden wir den Landesbetrieb Straßen.NRW einbinden müssen“.

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