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Auf Wiedersehen in Lembeck

Dorsten Letzte Woche fand Elisabeth Schulte-Huxel Emilys Karte in ihrem Briefkasten: "I´m so glad, I could celebrate with you", (Ich bin so froh, dass ich mit euch feiern konnte) bedankt sich die 13-Jährige von Herzen dafür, dass vier Dorstener im Juni zu ihrer Bat Mitzwah-Feier nach Washington gereist waren.

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Als "alte Freundin" der Familie Katz hatte Elisabeth-Schulte-Huxel die Einladung zur Bat Mitzwah von Emily nur allzu gerne angenommen. Gemeinsam mit Ehemann Paul und dem befreundeten Dorstener Ehepaar Gabriele und Werner Springer machte sie sich auf den Weg über den großen Teich, um an dem für Emily so wichtigen Tag, dem Fest ihrer Religionsmündigkeit - vergleichbar mit der christlichen Firmung oder Konfirmation - beizuwohnen.

"Es war rührend und bewegend, fröhlich und traurig, beeindruckend und interessant zugleich" - in ein Bad voller Emotionen tauchte die kleine Reisegruppe ein, die voller Herzlichkeit in der Familie aufgenommen wurde.

Spurensuche

Vor mehr als zwei Jahrzehnten hatte Elisabeth Schulte-Huxel in der damaligen Forschungsgruppe Dorsten unterm Hakenkreuz die Spuren der jüdischen Familie Lebenstein aus Lembeck aufgespürt und freigelegt. Dabei war sie auf Rudy Katz, Emilys Opa gestoßen, den Sohn von Leopold und Rosalie Katz, die eine geborene Lebenstein aus Lembeck war.

Rudy lebte mit seinen Eltern und den beiden Brüdern Karl-Heinz und Manfred in Essen. Aber den größten Teil seiner ersten Lebensjahre, später auch immer die Ferien, verbrachte er in Lembeck bei der Großmutter Sophie Lebenstein. Während Rudys Familie fast vollständig im Holocaust ermordet wurde, gelang ihm 1940 die Ausreise in die USA.

Bewegende Begegnung

Elisabeth Schulte-Huxel verfolgte seine Spur und traf ihn zum ersten Mal 1984 in seiner Heimat Memphis. Eine bewegende Begegnung, die den Grundstein für eine intensive Freundschaft zwischen den Familien legte, die auch nach Rudys Tod bis heute intensiv gepflegt wird. 1986 besuchte Sohn Jeffrey Dorsten, die Heimat seiner Vorfahren. "Bei Jeffreys Hochzeit mit Mollie 1987 in Milwaukee war ich ebenfalls dabei", legt Elisabeth-Schulte-Huxel großen Wert auf regelmäßigen Kontakt.

Bei ihrem jetzigen Besuch im Juni diesen Jahres stand Jeffreys Tochter Emily im Mittelpunkt des Geschehens. Die religiöse Zeremonie der Bat Mitzwah fand in der Synagoge "Temple Emanuel" der liberalen jüdischen Gemeinde in Kensington statt: "Emily war zwar aufgeregt, aber für eine Dreizehnjährige erstaunlich souverän, als sie zum Abschluss der Zeremonie die Thora-Rolle aus den Händen ihres Vaters entgegennahm, um sie stolz und selbstbewusst zu jedem Anwesenden der Gemeinde zu tragen", war Werner Springer sichtlich beeindruckt.

Dinner und Dance

Bei "dinner und dance" wurde dann am Abend mit Festessen, Musik und Tanz der gesellige Teil in einem italienischen Restaurant gefeiert. "Da war richtig ´was los", ließen sich die Dorstener Damen mit Hütchen und Hawaii-Blumenketten schmücken. "150 Leute tanzten und sangen, aßen und hatten einen wunderschönen Abend." Natürlich gehörten auch Festansprachen dazu. In einer sehr persönlichen Rede an seine Tochter erinnerte Jeffrey auch an den verstorbenen Großvater Rudy und die im Holocaust umgekommene Familie, die einst in Lembeck zu Hause war. Als Freundin der Familie hob er Elisabeth Schulte-Huxel hervor, und dankte ihr für ihr unermüdliches Engagement.

Einladung

Auch die Dorstener fanden herzliche Worte des Dankes für die Einladung zu diesem besonderen Fest. Natürlich hatten sie für Emily ein Geschenk mitgebracht: "Wir möchten dich herzlich für vierzehn Tage nach Deutschland einladen, um dir das gegenwärtige Deutschland zu zeigen und dir die Möglichkeit zu geben, den Spuren deiner Urgroßeltern in Lembeck zu folgen." sing

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