Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Autos zerlegt und Teile verkauft

Dorsten Unterschiedlicher konnten die beiden Angeklagten kaum sein. Auf der einen Seite ein junger Mann, der zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt geriet, auf der anderen Seite sein etwas älterer Kompagnon, der schon des Öfteren auffällig geworden ist. Gemeinsam mussten sie sich vor dem Schöffengericht wegen des Verdachts auf schwere Hehlerei verantworten.

Halle angemietet

In vier Fällen hatten die beiden Dorstener gestohlene Autos in der Zeit von Juni bis Dezember des vergangenen Jahres in einer eigens angemieteten Halle in Gescher zerlegt und die Einzelteile anschließend bei einem Auktionshaus im Internet versteigert. Nach eigenen Angaben hätten sie dabei einen Rein-Gewinn von je 2000 Euro erzielt. Der Ablauf war in allen Fällen gleich. Zwei weitere Täter stahlen die Autos, brachten diese zur Halle, wo sich die beiden Angeklagten sofort ans Werk machten. Geldnot gaben die geständigen Angeklagten als Motiv an, der jüngere wies darauf hin, dass er zum Zeitpunkt der Taten arbeitslos und seine Tochter krank gewesen sei. Der Kontakt zu den Autodieben entstand über den älteren Angeklagten. Nach der Festnahme eines Autodiebes legte dieser ein umfassendes Geständnis ab und zeigte den Beamten sowohl die Lage der Halle als auch die Namen der Hehler auf. So wurde die Halle sowie Wohnräume am 8. November 2006 durchsucht, ein komplettes Auto, ein zweites in Teilen und die Compu ter der beiden Dorstener sicher gestellt.

Weiter gemacht

Erschwerend beim älteren Angeklagten - neben seinem langen Vorstrafenregister - kam hinzu, dass er auch nach der Durchsuchung weiter Teile im Internet anbot. "Das ist schon frech", betonte Richterin Regine Heinz. "Das war dumm", gab der Angesprochene zu. Strafmildernd wirkte sich aber aus, dass beide Angeklagte dafür sorgten, dass zwei PKW, die in einem Raesfelder Autohaus gestohlen worden waren, von den Angeklagten in den Ausgangszustand zurückversetzt und zurück gegeben wurden.

Einig waren sich am Ende Staatsanwaltschaft, die beiden Rechtsanwälte und das Gericht über das Strafmaß: Der nicht vorbestrafte jüngere Dorstener erhielt zwei Jahre auf Bewährung, der ältere vier Jahre Freiheitsstrafe im offenen Vollzug. DM

Anzeige
Anzeige