Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Der Boden ist bereitet

Anzeige

Dorsten "Die Zukunft hat begonnen", steht in dicken Lettern auf dem "Extrablatt", das anlässlich des 100-jährigen Bestehens von DeKoWe herausgegeben wurde. Neu orientieren müsse sich das Traditionsunternehmen, heißt es da, und sich dem Markt anpassen, um den Herausforderungen gewachsen zu sein. 20 Jahre ist das her.

Henner Schürholz war damals Assistent der Geschäftsführung und ahnte wohl nicht, dass der "harte Verdrängungswettbewerb", der schon im Jubiläumsjahr spürbar war, ihn eines Tages zu der wohl schwersten Entscheidung der Firmengeschichte treiben würde. Im September hat Schürholz Insolvenz angemeldet. Ein Schritt, der "mir wahnsinnig schwer gefallen ist. Aber mir blieb keine andere Wahl".

Es war sein Glück und das der wenigen Mitarbeiter, die an der Marienstraße bleiben dürfen, dass DeKoWe in der Branche eine bekannte Marke ist. Und so musste Frank Steffel nicht all zu lange überlegen, um das Unternehmen, das in der hiesigen Region "einen exzellenten Ruf" genießt, zu übernehmen.

Die Steffel-Unternehmensgruppe aus Berlin ist ein überregionaler Großhändler für Bodenbeläge und -zubehör, Stoffe und Tapeten, zu den Kunden zählen vor allem Fach- und Baumärkte. Was bedeutet: Teppiche werden bei DeKoWe nicht mehr produziert, das macht die Konkurrenz in Fernost deutlich preiswerter. "Das Unternehmen bleibt Naturfaser-Spezialist", kündigte Steffel in dieser Woche an. "Wir werden DeKoWe eine klare Positionierung am Markt geben." Rund 1,5 Mio. Euro sollen mittelfristig in Dorsten "im weitesten Sinne in Kundenarbeit" investiert werden.

Sozialverträglich

Henner Schürholz bleibt Geschäftsführer, denn er "hat sich als verantwortungsvoller Unternehmer sehr bemüht, auf den Umsatzrückgang in den letzten Jahren sozialverträglich zu reagieren", begründete Steffel die Entscheidung. "Ein Konzern wäre da rücksichtsloser vorgegangen." Fakt bleibt allerdings, dass DeKoWe nur noch neun Mitarbeiter im Vertrieb und sieben im Außendienst beschäftigt. Zu Glanzzeiten waren es mehrere hundert. Buchhaltung und Logistik werden in Berlin abgewickelt.

Für Henner Schürholz und seine kleine Mannschaft heißt es dennoch: Die Zukunft hat begonnen. dieb

Anzeige
Anzeige