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Der Leidensweg einer Linkshänderin

Dorsten Der "Weltlinkshänder-Tag" ging gestern an Dorsten ohne spektakuläre Aktionen oder Veranstaltungen vorüber.

Wie sehr jedoch Linkshänder früher darunter zu leiden hatten, dass man sie zwangsweise "auf rechts" umstellen wollte, zeigt der Erfahrungsbericht von Gertrud Bornholdt. Die heutige Dorstenerin erinnert sich noch voller Schrecken an ihre Einschulung in Danzig. "Der Leidensweg einer Linkshänderin" hat sie ihre Aufzeichnungen überschrieben. Auszüge daraus:

"1932 wurde ich auf Niedere-Seigen eingeschult. Der Klassenlehrer war Herr Buse, ein großer, hagerer, semmelblonder Mann mit einem Kneifer auf der Nase. Nach einiger Zeit entdeckte er, dass ich mit der linken Hand schrieb. Nun hatte er mich auf dem Kieker und mein Leidensweg begann.

Laufend prügelte er mich und vor verhaltenen Tränen wurde das Wenige, welches ich auf der Tafel geschrieben hatte, gelöscht. Als ich wieder einmal Prügel bezog, entdeckte meine Mutter an meinem Hals rote Flecken. Danach hatte sie eine ernste Unterredung mit Herrn Buse. Darauf ließ er mich links liegen und ich blieb sitzen.

Nach einem Schulwechsel fand ich eine verständnisvolle Lehrerin, die sich meiner annahm und mich aufbaute. Heute schreibe ich mit der rechten Hand, aber nähen, schneidern usw. mache ich alles mit links."

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