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Junge aus Sierra Leone mit Spendenaktion gerettet

Diese Kappe steckte in Rashids Lunge

Schermbeck „Ich dachte, er stirbt“, sagt Nadine Shaw über die erste Nacht, als ihr Neffe Rashid aus Sierra Leone bei ihr übernachtete. Die Kappe eines Stifts hatte Rashid bereits im April 2017 in den Mund gesteckt und versehentlich eingeatmet. Ein medizinischer Eingriff rettete Rashid nun das Leben.

Diese Kappe steckte in Rashids Lunge

Diese blaue Verschlusskappe eines Stifts steckte ein Jahr lang in der Lunge des sechsjährigen Rashid Umaru aus Sierra Leone. Nicht zuletzt aufgrund der Spendenaktion der GAGU-Zwergenhilfe konnte dem Jungen die Kappe in der Ruhrlandklinik in Essen entfernt werden, was das Leben von Rashid rettete. Foto: Berthold Fehmer

Rashids Husten in dieser Nacht, nachdem der Sechsjährige mit seinem Vater aus Sierra Leone angereist war, tat der Gladbeckerin Nadine Shaw „schon vom Zuhören weh“. Seit einem Jahr steckte die Kappe da schon in der Lunge des Jungen. Rashid hatte nicht nur Atemprobleme, sondern wollte auch zeitweise vor Schmerzen nichts mehr essen. Seine Eltern mussten ihm dann gut zureden, „Oder sogar Gewalt anwenden, damit er Nahrung aufnimmt“, sagt Nadine Shaw.

Die Ärzte in Sierra Leone und Ghana konnten ihm nicht helfen. Durch eine Spendenaktion, die Rashids Tante und die Schermbecker GAGU-Zwergenhilfe starteten, die in Sierra Leone ein Kinderheim betreibt, konnte das Geld für den Flug und den Eingriff gesammelt werden.

Angst vor dem Flug

„Wir hatten Angst vor dem Flug, ob er ihn übersteht“, sagt Gudrun Gerwien, Vorsitzende der GAGUs. Mediziner hatten abgeraten, Rashid ohne medizinische Betreuung auf den Flug von Ghana nach Frankfurt zu schicken. Nadine Shaw sagte im Vorfeld: „Entweder wir warten auf seinen sicheren Tod, oder wir holen ihn nach Deutschland.“

Eine Lungenseite war eingefallen

Rashid überlebte den Flug. Mitte April konnte Rashid aber in der Uni-Klinik Essen aufgenommen werden, einen Tag später erfolgte in der Ruhrlandklinik der Eingriff. Fast, sagt Rashids Tante, wäre aus der Bronchoskopie eine Operation geworden. Eine Lungenseite war bereits eingefallen. Doch bei einer OP hätte Rashid wohl eine halbe Lunge verloren, was glücklicherweise nicht nötig war. Als die Kappe aus der Lunge entfernt wurde, füllte sich auch die eingefallene Lungenseite wieder mit Luft.

„Er war schon wieder topfit“

Zur Kontrolle musste Rashid eine Woche in der Uni-Klinik bleiben, da beim Atmen ein Pfeifen aus der Lunge kam. „Aber er war schon wieder topfit“, sagt Nadine Shaw, die sich freut, wie aktiv Rashid seitdem sein kann. Vorher hatte er ein Jahr lang jede Anstrengung vermeiden müssen. Shaw: „Ich nenne ihn und meine Tochter immer meine beiden Duracell-Kaninchen.“

Diese Kappe steckte in Rashids Lunge

Seitdem die Stiftkappe aus Rashids Lunge entfernt wurde, ist der Sechsjährige regelrecht aufgeblüht. Darüber dass der medizinische Eingriff bei dem Jungen aus Sierra Leone geglückt ist, freuen sich nicht nur sein Vater Basiru Umaru (vorne links) und seine Tante Nadine Shaw (vorne rechts), sondern auch (hinten von links) Osman Turay, Bürgermeister Mike Rexforth sowie Gudrun Gerwien und Gabi Schmitt (beide GAGU-Zwergenhilfe). Foto: Berthold Fehmer

Rashids Vater Basiru Umaru ist wichtig, allen Spendern für das Leben seines Sohnes zu danken. Nach dem Eingriff hatte der frühere Geschäftsmann, der seine Arbeit aufgeben und alles von Wert verkauft hatte für die Behandlung seines Sohnes, zu Shaw gesagt: „Ich hatte mit dem Jungen abgeschlossen. Ich habe zu Gott gesagt: Wenn du ihn nehmen willst, dann nimm‘ ihn.“ Shaw ist tief bewegt, während sie dies erzählt. „Er hat alles verloren, um das Leben seines Sohns zu retten.“ Nun wollen Vater und Sohn schnell zurück nach Sierra Leone, wo Mutter Seray ein weiteres Kind im Juni erwartet.

Rund 12.000 Euro seien gespendet worden, sagt Gerwien. Das reiche für Flüge und Behandlung. Der Familie werde man einen Kleinkredit geben, um wieder auf die Beine zu kommen.

Tante kämpft um das Leben ihres Neffen

Operation soll Rashids Leben retten

Schermbeck Nadine Shaw kämpft um das Leben ihres Neffen. Nur eine Operation in Deutschland kann Rashid Umaru (6) aus Sierra Leone helfen. Ob Rashid den Flug nach Deutschland überlebt, ist aber ungewiss.mehr...

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